{"id":101,"date":"2021-06-10T15:39:22","date_gmt":"2021-06-10T13:39:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2021\/06\/10\/vde-etg-vordert-flexibilisierung-des-energiesystems\/"},"modified":"2021-06-10T15:39:22","modified_gmt":"2021-06-10T13:39:22","slug":"vde-etg-vordert-flexibilisierung-des-energiesystems","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2021\/06\/10\/vde-etg-vordert-flexibilisierung-des-energiesystems\/","title":{"rendered":"VDE ETG fordert  Flexibilisierung des Energiesystems"},"content":{"rendered":"<p>Ein fundamentales Problem der Energiewende ist die Abkehr des \u201eErzeugung-folgt-Last\u201c-Prinzips. Die Erzeugung elektrischer Energie aus volatilen erneuerbaren Energien f\u00fchrt zu immer gr\u00f6\u00dferen Schwankungen des Stromrestbedarfs (Residuallast). Heute gleichen die noch vorhandenen flexibel einsetzbaren (Kohle-)Kraftwerke die Differenz zwischen ungesteuerter Stromerzeugung und ungesteuertem Strombedarf aus. Aber mit dem Wegfall dieser Reserve steigt die Wahrscheinlichkeit von Netzengp\u00e4ssen. \u201eEine vielversprechende L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem ist die Flexibilisierung des Energiesektors\u201c, erl\u00e4utert Prof. Martin Wolter von der Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg und Experte der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ETG). F\u00fcr ein m\u00f6glichst kosteng\u00fcnstiges, sprich bezahlbares, Energiesystem der Zukunft m\u00fcssten sowohl die erneuerbare Stromerzeugung als auch der Strombedarf flexibilisiert werden. Diese zweigleisige Flexibilisierung des Energiesektors k\u00f6nne mittels technischer und \/ oder wirtschaftlicher Anreize und \/ oder verpflichtender ordnungspolitischer Vorgaben erfolgen, so der VDE Experte. Seine Arbeitsgruppe im Bereich \u201e\u00dcbertragung und Verteilung elektrischer Energie\u201c hat jetzt sieben Thesen aufgestellt, wie und unter welchen Voraussetzungen eine Lastflexibilisierung einen sinnvollen Beitrag zum Gelingen der Energiewende beisteuern kann.\u00a0<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p> Ohne Investitionen und Anpassung des Rechtsrahmens geht es nicht<br \/> Flexibilisierung kostet Geld lautet die erste und wichtigste These. Heute werden Angebot und Nachfrage nahezu vollst\u00e4ndig \u00fcber den konventionellen Kraftwerkspark ausgeglichen. Diese Leistungsbilanzierung ist auch zuk\u00fcnftig ein Muss. Kann diese nicht mehr \u00fcber den konventionellen Kraftwerkspark erfolgen, m\u00fcssen die erneuerbare Erzeugung und die Last in den Ausgleich einbezogen werden. Hierzu ist der aber der Aufbau von zus\u00e4tzlicher Technik (z.B. Abregelung von EE-Erzeugung bei negativer Residuallast, Speicher, leistungsf\u00e4higere Netze, Kommunikationsinfrastruktur, Regelungstechnik etc.) erforderlich. Gleichzeitig ist das Risiko von Komfortverlusten f\u00fcr die Verbraucher vorprogrammiert. Beides verursacht Kosten und birgt damit Risiken. Die siebte These und eine wichtige Botschaft an die Politik ist, dass die Flexibilit\u00e4t des Energiesektors einen entsprechend angepassten Regulierungsrahmen erfordert. \u201eDer Markt wird es nicht regeln. Ohne verl\u00e4sslichen Rechtsrahmen keine verl\u00e4ssliche Steuerung durch den Netzbetreiber\u201c, so das Fazit der VDE ETG-Arbeitsgruppe.\u00a0<\/p>\n<p> Call for Experts: Neue Task Force soll weiterarbeiten<br \/> Mit dem Thesenpapier ist die Arbeit jedoch noch nicht abgeschlossen. \u201eIn vielen bisherigen Analysen wird das Vorhandensein von Lastverschiebepotential und die daf\u00fcr erforderliche Technik in einem zuk\u00fcnftigen Energiesystem einfach vorausgesetzt\u201c, f\u00fchrt Wolter weiter aus. \u201eDas erscheint uns jedoch etwas zu optimistisch\u201c, f\u00fcgt er an, denn es sei durchaus nicht sichergestellt, dass insbesondere im privaten Bereich, beispielsweise mit Blick auf die Elektromobilit\u00e4t, das volle Lastverschiebepotential auch dauerhaft und \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume zur Verf\u00fcgung steht. Mit dieser und weiteren Fragestellungen soll sich deshalb eine neue VDE ETG Task Force besch\u00e4ftigen. \u201eWir brauchen weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Wer in der Task Force mitarbeiten m\u00f6chte, wendet sich an die VDE ETG Gesch\u00e4ftsstelle etg@vde.com\u201c, bittet Wolter.<\/p>\n<p> Die 7 Thesen im \u00dcberblick<\/p>\n<ol>\n<li>These Flexibilisierung kostet (ggf. viel) Geld.\u00a0<\/li>\n<li>These Flexibilisierung ist kein planerisches Instrument zum Ersatz von Netzausbau, sondern ein betriebliches Werk-zeug f\u00fcr \u00dcbergangszeitr\u00e4ume.\u00a0<\/li>\n<li>These Verhaltensvariabilit\u00e4t l\u00e4sst sich auch weiterhin sinnvoll \u00fcber Gleichzeitigkeitsfaktoren abbilden.\u00a0<\/li>\n<li>These F\u00fcr die \u00dcberbr\u00fcckung von Perioden mit geringem EE-Erzeugungspotenzial (sog. Dunkelflauten) sind flexible Erzeugungsanlagen erforderlich \u2013 hierf\u00fcr kommen auch geeignete Speicher (Langzeitspeicher) in Frage.<\/li>\n<li>These Lastflexibilisierung mit dem Ziel der Anpassung an eine stochastische regenerative Erzeugung ist aus Sicht der Nutzungseffizienz und damit der \u00d6kologie vorteilhaft.\u00a0<\/li>\n<li>These Flexibilisierung braucht Flexibilit\u00e4ten.<\/li>\n<li>These Flexibilit\u00e4t erfordert einen entsprechenden Regulierungsrahmen.\u00a0<br \/>\n<h4>Mehr Informationen unter <a href=\"http:\/\/www.vde.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.vde.com<\/a>.<\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein fundamentales Problem der Energiewende ist die Abkehr des \u201eErzeugung-folgt-Last\u201c-Prinzips. Die Erzeugung elektrischer Energie aus volatilen erneuerbaren Energien f\u00fchrt zu immer gr\u00f6\u00dferen Schwankungen des Stromrestbedarfs (Residuallast). 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