{"id":1295,"date":"2024-11-07T14:04:40","date_gmt":"2024-11-07T13:04:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=1295"},"modified":"2024-11-07T14:04:40","modified_gmt":"2024-11-07T13:04:40","slug":"drei-studien-im-auftrag-der-who-keine-hinweise-zu-gesundheitsrisiken-durch-handynutzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2024\/11\/07\/drei-studien-im-auftrag-der-who-keine-hinweise-zu-gesundheitsrisiken-durch-handynutzung\/","title":{"rendered":"Drei Studien im Auftrag der WHO: Keine Hinweise zu Gesundheitsrisiken durch Handynutzung"},"content":{"rendered":"<p>Macht Handystrahlung krank? Um diese Frage, basierend auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft, beantworten zu k\u00f6nnen, wurden von der Weltgesundheitsorganisation WHO mehrere gro\u00dfe \u00dcbersichtsarbeiten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse von drei der systematischen Analysen, die mit Beteiligung des Bundesamtes f\u00fcr Strahlenschutz (BfS) entstanden sind, sprechen gegen ein erh\u00f6htes Gesundheitsrisiko durch Mobilfunknutzung.<\/p>\n<p>Weder f\u00fcr Krebs noch Sauerstoffstress in Zellen oder sinkende Leistungsf\u00e4higkeit des Gehirns lassen sich in den drei umfassenden Literaturstudien belastbare Hinweise f\u00fcr Handystrahlung als deren Ausl\u00f6ser finden. Das BfS war bei zwei dieser systematischen Reviews die federf\u00fchrende Forschungseinrichtung.<\/p>\n<p>F\u00fcr jede dieser \u00dcbersichtsarbeiten wurden mehrere tausend Studien der vergangenen Jahrzehnte zu hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Gesundheit gesichtet und auf ihre Qualit\u00e4t nach festgelegten Standards \u00fcberpr\u00fcft. Die Literaturstudien sind Teil einer umfangreichen Neubewertung des Risikos von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF-EMF) durch die WHO. Diese Felder werden genutzt, um Informationen zu \u00fcbertragen &#8211; etwa beim Einsatz von Mobiltelefonen. Die bislang letzte umfassende Bewertung m\u00f6glicher Gesundheitsrisiken durch die hochfrequenten Felder war 1993 erschienen. F\u00fcr die Neuauflage wurden von der WHO zehn systematische Reviews an internationale Forschungseinrichtungen vergeben.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin des BfS, Inge Paulini, sagt: &#8222;Die neuen Studien sind die bisher umfassendsten Analysen zu drei von zehn zentralen Fragestellungen der WHO zu elektromagnetischen Feldern. Die Frage, ob Handynutzung bei Menschen das Risiko erh\u00f6ht, an Krebs am Kopf zu erkranken oder unter kognitivem Leistungsabfall zu leiden, kann jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Nein beantwortet werden. Auch f\u00fcr den immer wieder diskutierten Einfluss von Handystrahlung auf den sogenannten oxidativen Stress ergeben sich aus der wissenschaftlichen Literatur keine belastbaren Hinweise.&#8220;<\/p>\n<p>Eine besonders stark beachtete Publikation untersuchte den Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und dem Krebsrisiko in Beobachtungsstudien am Menschen. F\u00fcr die Studie wurden rund 5.000 Studien aus den vergangenen Jahrzehnten gesichtet und daraus &#8211; nach vorher festgelegten und ver\u00f6ffentlichten Kriterien &#8211; 63 Studien ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der systematischen Analyse dieser Studien sprechen gegen ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Tumoren des Kopfes durch die Nutzung von Mobiltelefonen. Zu den untersuchten Tumorarten geh\u00f6ren Gliome, Meningeome, Akustikusneurinome, Hypophysentumoren und Speicheldr\u00fcsentumoren bei Erwachsenen und auch Hirntumoren bei Kindern. Auch f\u00fcr die Felder von Schnurlostelefonen und Sendemasten ergaben sich keine Zusammenh\u00e4nge mit einem erh\u00f6hten Krebsrisiko. Die Studienergebnisse decken sich mit Zeitreihenanalysen und wurden durch weitere sogenannte Sensitivit\u00e4tsanalysen gest\u00fctzt.<\/p>\n<p>BfS-Mitautor Dr. Dan Baaken sagt: &#8222;Bei dieser Studie handelt es sich um die bisher umfassendste Analyse zu dieser Fragestellung. Auf Basis dieser sehr guten und umfassenden Daten kommen wir zu dem Schluss, dass wir keinen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Krebserkrankungen, insbesondere Hirntumoren, sehen.&#8220; Die Autorinnen und Autoren dieser Studie arbeiten aktuell an einer weiteren Metastudie, in der sie das Risiko f\u00fcr andere Krebserkrankungen wie Leuk\u00e4mie, Non-Hodgkin-Lymphom oder Schilddr\u00fcsenkrebs untersuchen. Die Publikation dazu wird voraussichtlich Anfang 2025 erscheinen.<\/p>\n<p>Eine weitere Studie unter Leitung des BfS untersuchte einen m\u00f6glichen Zusammenhang zwischen dem Ausgesetztsein (Exposition) gegen\u00fcber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Biomarkern des oxidativen Stresses. Mit oxidativem Stress bezeichnet man ein Ungleichgewicht zwischen oxidativen und reduzierenden Prozessen in K\u00f6rperzellen. Oxidativer Stress wird etwa mit Entz\u00fcndungen oder Herzkreislaufkrankheiten in Verbindung gebracht. Biomarker f\u00fcr das Vorliegen oxidativen Stresses sind zum Beispiel bestimmte Ver\u00e4nderungen an Proteinen oder der DNA.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden \u00fcber 12.000 experimentelle Tier- und Zellkulturstudien gesichtet. 56 Studien, die in den Jahren 2008 bis 2023 erschienen, konnten in die Analyse aufgenommen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich aus der weltweiten Studienlage bisher kein belastbarer Hinweis f\u00fcr einen Zusammenhang zwischen den hochfrequenten Feldern und oxidativem Zellstress ergibt.<\/p>\n<p>Der leitende Studienautor Dr. Felix Meyer vom BfS sagt: &#8222;Im Rahmen unserer Untersuchung fiel auf, dass die Studienergebnisse sehr uneinheitlich waren und die Mehrzahl der Studien teils schwere methodische M\u00e4ngel aufwies. Das Vertrauen in die Evidenz, die sich aus den in die Untersuchung eingeschlossenen Studien ergibt, ist noch gering; der Bedarf an qualitativ hochwertigen Studien dagegen ist hoch.&#8220;\u00a0Bei dieser Untersuchung handelt es sich um die bisher erste Arbeit, die einen Zusammenhang zwischen hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Einfl\u00fcssen auf Biomarker von oxidativem Stress systematisch analysiert.<\/p>\n<p>Eine dritte Studie, die ebenfalls unter der Leitung des BfS entstand, analysierte wissenschaftliche Literatur zu experimentellen Studien am Menschen zu elektromagnetischen Feldern und kognitiver Leistungsf\u00e4higkeit. Hierzu wurden etwa 23.000 Arbeiten gesichtet. Davon flossen 76 Studien in die Bewertung ein, die einen Einfluss dieser Felder etwa auf Reaktionsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeit, Ged\u00e4chtnis oder Wahrnehmung untersuchten. Autorin Dr. Blanka Pophof vom BfS sagt: &#8222;Insgesamt ist die Datenlage in diesem Bereich recht deutlich und l\u00e4sst den Schluss zu, dass kein negativer Einfluss von hochfrequenten Felden auf die kognitiven F\u00e4higkeiten zu erwarten ist, wenn die geltenden Grenzwerte eingehalten werden.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr den Strahlenschutz haben diese Ergebnisse aus den drei \u00dcbersichtsarbeiten gro\u00dfe Relevanz. Denn sie bilden die Basis f\u00fcr die Bewertung m\u00f6glicher Risiken im Zusammenhang mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern. Au\u00dferdem zeigen Sie auf, ob und in welchen Bereichen noch Forschungsbedarf besteht. Eine Gesamtpublikation der Ergebnisse durch die WHO wird f\u00fcr 2025 erwartet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Macht Handystrahlung krank? 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