{"id":1762,"date":"2025-09-15T11:57:05","date_gmt":"2025-09-15T09:57:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=1762"},"modified":"2025-09-15T11:57:05","modified_gmt":"2025-09-15T09:57:05","slug":"thinktank-real-world-ai-viel-groesser-als-genai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2025\/09\/15\/thinktank-real-world-ai-viel-groesser-als-genai\/","title":{"rendered":"Thinktank: Real-World AI viel gr\u00f6\u00dfer als GenAI"},"content":{"rendered":"<p>\u201eReal-World AI\u201c wird die Zukunft viel st\u00e4rker bestimmen als die heute popul\u00e4ren generativen KI-Modelle wie ChatGPT, Google Gemini oder Grok von X.ai, prognostiziert die Denkfabrik Diplomatic Council, die zum engsten Beraterkreis der Vereinten Nationen geh\u00f6rt. Als Einsatzbeispiele f\u00fcr \u201eKI in der realen Welt\u201c, h\u00e4ufig auch als \u201ePhysical AI\u201c bezeichnet, nennen die UN-Berater Fertigungsroboter und Humanoide, die Qualit\u00e4tskontrolle mit KI-Kameras, die vorausschauende Maschinen- und Anlagenwartung, autonome Logistiksysteme, die medizinische Diagnose, selbstfahrende Autos und Smart Cities. Das Real-World AI Forum des Diplomatic Council l\u00e4dt am 22. September zu einer Online-Konferenz \u00fcber den KI-Einsatz in St\u00e4dten und Kommunen ein (www.diplomatic-council.org\/de\/smartcitysummit2025); die Teilnahme ist kostenfrei.<\/p>\n<h4>Anwendungsfall Smart City<\/h4>\n<p>\u201eDer wahre Wert von KI liegt nicht im Hype um die Generierung von Texten, Bildern und Videos, sondern in ihrer tiefgreifenden Integration in die Kernprozesse der Industrie und der Kommunen\u201c, erkl\u00e4rt Harald M\u00fcller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA) und Co-Chair des Real-World AI Forum im Diplomatic Council. Dr. Daniel Trauth, ebenfalls Co-Chair des Forums und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der K\u00f6lner dataMatters GmbH, verdeutlich am Beispiel Smart City die Vorteile. Demnach k\u00f6nnten Kommunen allein durch die KI-Optimierung der Abfallwirtschaft rund 20 Prozent Kosten einsparen und die CO2-Emissionen um etwa 30 Prozent verringern. KI-gesteuerte Ampel- und vernetzte Verkehrsleitsysteme mit Parkplatzinformationen in Echtzeit f\u00fchrten zur Stau\u00adreduzierung, und verringerten den CO2-Aussto\u00df weiter. Eine aktuelle McKinsey-Studie zeige, dass Smart-City-L\u00f6sungen den Energieverbrauch in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden um bis zu 15 Prozent reduzieren k\u00f6nnen (Smart Building).<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist die Optimierung des \u00d6ffentlichen Personennahverkehrs (\u00d6PNV). Dr. Daniel Trauth erl\u00e4utert die Vorgehensweise anschaulich: \u201eDurch LiDAR- und optische Sensoren in Bussen und Bahnen l\u00e4sst sich genau erfassen, wie viele Sitz- und Stehpl\u00e4tze zu welchen Zeiten auf welchen Linien belegt sind, oder wie viele Kinder bzw. Erwachsene das Angebot nutzen. Diese Daten werden mittels K\u00fcnstlicher Intelligenz ausgewertet und die KI kann darauf basierend Echtzeit-Empfehlungen zum optimalen Einsatz genau dieser Busse und Bahnen erarbeiten. Im Ergebnis f\u00fchrt das zu einer h\u00f6heren \u00d6PNV-Akzeptanz bei den B\u00fcrgern, einem zielgenaueren Personaleinsatz und Reduzierungen bei den Kosten und der Umweltbelastung.\u201c<\/p>\n<h4>Einsatzgebiet \u201eintelligente Zerspanung\u201c<\/h4>\n<p>Als Beispiel f\u00fcr eine industrielle KI-Anwendung mit weitreichenden Auswirkungen nennt Dr. Daniel Trauth die \u201eintelligente Zerspanung\u201c, an der sein Unternehmen dataMatters unter anderem gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Produktionstechnologie IPT in Aachen zusammen\u00adarbeitet. Im Kern geht es darum, durch KI die hohen Qualit\u00e4tsanforderungen in der zerspanenden Industrie besser und kosteng\u00fcnstiger zu erf\u00fcllen. Die Zerspanung, bei dem Werkstoff durch Drehen, Bohren, Fr\u00e4sen oder Schleifen in die gew\u00fcnschte Form und Gr\u00f6\u00dfe gebracht wird, bildet in vielen Industriezweigen eine wesentliche Grundlage der Fertigungstechnik, von der Automobil\u00adproduktion bis zur Herstellung medizinischer Instrumente.<\/p>\n<p>Fehler im Zerspanungs\u00adprozess k\u00f6nnen schwerwiegende Folgen haben, die von Produktausf\u00e4llen bis hin zu Sicherheitsproblemen reichen. Strenge Qualit\u00e4tskontrollen sind daher unerl\u00e4sslich, aber auch zeitaufw\u00e4ndig und teuer. \u201eDie automatisierte \u00dcberwachung und Analyse von Produktions\u00adprozessen mittels KI kann die Pr\u00fcfzeiten und den Kostenaufwand f\u00fcr die Qualit\u00e4tssicherung erheblich reduzieren und die Genauigkeit der Qualit\u00e4tsbewertung verbessern\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Daniel Trauth den Nutzen von \u201eReal World AI\u201c anhand dieses Anwendungsbeispiels.<\/p>\n<h4>Smart Factory f\u00fcr mehr Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/h4>\n<p>\u201eZerspanung ist nur eine von unz\u00e4hligen Anwendungsbieten f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz in der Fertigung\u201c, ordnet Harald M\u00fcller ein. Letztlich gehe es um autonome Fabriken, also menschen\u00adleere Produktionshallen, in denen ausschlie\u00dflich Roboter aktiv sind. M\u00f6glich w\u00fcrden die \u201eGeister-Fabriken\u201c durch die Kombination aus Computertechnik, Vernetzung, K\u00fcnstlicher Intelligenz, Robotik und neuartigen Fertigungsverfahren. Studien zufolge k\u00f6nnten dadurch die Betriebskosten um bis zu 25 Prozent gesenkt, die Produktivit\u00e4t um bis zu 30 Prozent gesteigert und die Fehlerquoten um bis zu 40 Prozent reduziert werden.<\/p>\n<p>Trotz der h\u00f6heren Anfangsinvestitionen f\u00fcr den Bau einer Smart Factory, bei der rund ein Drittel der Gesamtkosten auf Sensorik, Software und Infrastruktur entfielen, amortisiere sich der Aufbau einer autonomen Fabrik oft bereits im ersten Betriebsjahr \u2013 prim\u00e4r durch die deutlich reduzierte Lohnsumme. \u201eDar\u00fcber hinaus f\u00fchrt die gesteigerte Flexibilit\u00e4t zu einer schnelleren Reaktions\u00adf\u00e4higkeit auf Marktver\u00e4nderungen und das h\u00f6here Qualit\u00e4tsniveau senkt die Nachbesserungs\u00adkosten, was letztlich die Kundenzufriedenheit steigert\u201c, umrei\u00dft Harald M\u00fcller die Wettbewerbs\u00advorteile der neuen Fertigungsgeneration.<\/p>\n<p>Der BWA-Chef stellt klar: \u201eDas ist kein Blick in die ferne Zukunft, sondern beginnt in Form von Autonomous Production Twins l\u00e4ngst Realit\u00e4t zu werden.\u201c Ein APT \u2013 also ein digitaler Zwilling in der Fertigung \u2013 kombiniert Echtzeitdaten, K\u00fcnstliche Intelligenz und fortschrittliche Vernetzung, um eine virtuelle Repr\u00e4sentation des Produktionssystems zu schaffen, die selbstst\u00e4ndig Entscheidungen treffen und Prozesse anpassen kann. \u201eEin autonomer Produktionszwilling kann Fertigungsprozesse aktiv steuern und auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren, etwa durch Anpassung der Robotergeschwindigkeit, Optimierung der Materialzufuhr, die Korrektur von Fehlern oder durch Umplanung bei Materialengp\u00e4ssen\u201c, gibt Harald M\u00fcller konkrete Beispiele f\u00fcr die Vorteile des KI-Einsatzes in der Fertigung.<\/p>\n<p>Er fasst zusammen: \u201eW\u00e4hrend generative KI ein n\u00fctzliches Werkzeug ist, liefert Real-World AI die nachhaltigen Effizienz- und Kostenvorteile, die die Wirtschaft und die Kommunen der Zukunft bestimmen werden. Unternehmen, die diesen Wandel fr\u00fchzeitig erkennen und KI in ihrer physischen Infrastruktur verankern, sichern sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Angesichts der derzeit krisenhaften Situation in Deutschland darf die heimische Industrie diese Entwicklung auf keinen Fall vers\u00e4umen.\u201c<\/p>\n<h4>Jede Kommune wird zur Smart City<\/h4>\n<p>Dr. Daniel Trauth verdeutlicht die Dringlichkeit, unsere St\u00e4dte mit KI \u201esmarter\u201c zu machen, anhand von Zahlen. So leben nach Angaben der Vereinten Nationen seit 2008 erstmals in der Geschichte der Menschheit mehr Menschen in Ballungsr\u00e4umen als auf dem Land. Laut Sch\u00e4tzungen werden 2030 \u00fcber 60 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung in St\u00e4dten leben, bis 2050 sollen es etwa zwei Drittel werden. \u201eDie mit dieser Konzentration verbundenen Herausforderungen sind gewaltig und werden nur durch Smart Cities zu bew\u00e4ltigen sein\u201c, erkl\u00e4rt der dataMatters-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Co-Chair des Real-World AI Forum.<\/p>\n<p>Schon heute w\u00fcrden etwa 70 Prozent des weltweiten Energiev\u00aderbrauchs in St\u00e4dten verursacht, obwohl diese nur f\u00fcnf Prozent der Landmasse der Erde einnehmen. Damit verbunden sei ein stetig wachsender st\u00e4dtischer Bedarf an Wasser, Land, Baumaterialien, Nahversorgung, Luftreinhaltung und Abfallmanagement. \u201eDie St\u00e4dte stehen unter st\u00e4ndigem Druck, bessere Dienstleistungen anzubieten, die Effizienz zu steigern, Kosten zu senken, die Effektivit\u00e4t und Produktivit\u00e4t zu erh\u00f6hen und der \u00dcberlastung der Infrastruktur und der Umweltbelastung entgegenzuwirken. Diese Herausforderungen k\u00f6nnen nur mit Smart-City-Konzepten bew\u00e4ltigt werden\u201c, ist Dr. Daniel Trauth \u00fcberzeugt. Er sagt: \u201eIn Zukunft wird jede Kommune eine Smart City sein m\u00fcssen. Die Frage, wie schnell dieser Modernisierungsprozess geschieht, k\u00f6nnen nur die kommunalen Verantwortungs\u00adtr\u00e4ger beantworten.\u201c<\/p>\n<p>Markt f\u00fcr Real-World AI zehnmal gr\u00f6\u00dfer als GenAI<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzungen der Denkfabrik Diplomatic Council wird der Markt f\u00fcr Real-World AI k\u00fcnftig etwa zehnmal gr\u00f6\u00dfer sein als der f\u00fcr generative KI. Der Thinktank verweist auf Prognosen, wonach der weltweite GenAI-Markt 2030 die Marke von 200 Milliarden Dollar \u00fcbersteigen soll. Im gleichen Jahr wird der Markt f\u00fcr KI in der realen Welt auf beinahe 2 Billionen Dollar eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Allein der weltweite Markt f\u00fcr Smart Cities, der allerdings \u00fcber KI hinausgehend zahlreiche weitere Komponenten umfasst, soll bis 2030 auf eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von 4 Billionen Dollar anwachsen.\u00a0Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Daniel Trauth hat dataMatters aus der RWTH Aachen aus\u00adgegr\u00fcndet und zu einem inter\u00adnationalen Player an der Schnitt\u00adstelle zwischen Realwirtschaft und KI gef\u00fchrt. Er wurde hierf\u00fcr mit \u00fcber 20 Ehrungen (RWTH Spin-off Award 2019, digitalPioneer 2020 u.v.a.m.) aus\u00adgezeichnet und als Executive Chair in das Diplomatic Council aufgenommen.<\/p>\n<p>Harald M\u00fcller hat die BWA vor \u00fcber 25 Jahren als Spezialist f\u00fcr Personalentwicklung, Out\u00adplacement, Personalberatung und Training sowie f\u00fcr Arbeitsmarktprogramme wie Besch\u00e4ftigten\u00adtransfer gegr\u00fcndet. Bei der Bew\u00e4ltigung der Folgen struktureller Ver\u00e4nderungen agiert die BWA als neutraler Vermittler zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Vorteil der Arbeitnehmer. Mit Hilfe der BWA haben mehr als zehntausend Arbeitnehmer eine neue berufliche Zukunft gefunden. Harald M\u00fcller ist nicht nur als Executive Chair im Diplomatic Council aktiv, sondern auch Beiratsmitglied der Stiftung \u201eBildung und Besch\u00e4ftigung\u201c, die sich f\u00fcr die sozial\u00advertr\u00e4gliche Bew\u00e4ltigung des wirtschaftlichen Strukturwandels einsetzt.<\/p>\n<p>Das Diplomatic Council verbindet einen globalen Think Tank, ein weltweites Business-Netzwerk und eine Charity Foundation in einer einzigartigen Organisation mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Die Mitglieder ver\u00adbindet die feste \u00dcberzeugung, dass eine florierende Wirtschaft ein wesentliches Fundament f\u00fcr Wohlstand und Frieden darstellt. Zum Mitgliederkreis geh\u00f6ren Diplomaten und Pers\u00f6nlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.diplomatic-council.org\/de\/ki-in-der-realen-welt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.diplomatic-council.org\/de\/ki-in-der-realen-welt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eReal-World AI\u201c wird die Zukunft viel st\u00e4rker bestimmen als die heute popul\u00e4ren generativen KI-Modelle wie ChatGPT, Google Gemini oder Grok von X.ai, prognostiziert die Denkfabrik Diplomatic Council, die zum engsten Beraterkreis der Vereinten Nationen geh\u00f6rt. 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