{"id":1832,"date":"2025-11-06T07:56:04","date_gmt":"2025-11-06T06:56:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=1832"},"modified":"2025-11-06T07:56:04","modified_gmt":"2025-11-06T06:56:04","slug":"hoechste-datenraten-fuer-ki-co-johann-philipp-reis-preis-2025-zeichnet-forschung-an-glasfasern-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2025\/11\/06\/hoechste-datenraten-fuer-ki-co-johann-philipp-reis-preis-2025-zeichnet-forschung-an-glasfasern-aus\/","title":{"rendered":"H\u00f6chste Datenraten f\u00fcr KI &#038; Co.: Johann-Philipp-Reis-Preis 2025 zeichnet Forschung an Glasfasern aus"},"content":{"rendered":"<p>Der Johann-Philipp-Reis-Preis wird alle zwei Jahre an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die bedeutende Innovationen in der Nachrichtentechnik geschaffen haben. Gestern erhielt Prof. Dr.-Ing. Georg Rademacher die Auszeichnung bei einer feierlichen Veranstaltung im hessischen Gelnhausen. Dr.-Ing. Werner Mohr, einer der Preisgutachter, betont die hohe Relevanz von Rademachers Forschung: \u201eDigitalisierung und K\u00fcnstliche Intelligenz bergen f\u00fcr Gesellschaft und Volkswirtschaft ein hohes Potenzial zur Effizienzsteigerung. Um dieses Potenzial zu heben, brauchen wir extrem leistungsstarke \u00dcbertragungssysteme. Deshalb ist die Forschung von Prof. Dr.-Ing. Georg Rademacher so wichtig, denn sie zeigt auf, wie immens sich die Kapazit\u00e4t der Glasfasertechnologie durch Verfahren wie Space-Division-Multiplexing (SDM) steigern l\u00e4sst.\u201c<\/p>\n<p>Der mit 10.000 EUR dotierte Preis wird gestiftet von den hessischen Gemeinden Gelnhausen und Friedrichsdorf, wo der Erfinder und Namensgeber Reis lebte, sowie der Deutschen Telekom AG und der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ITG).<\/p>\n<h4>Space-Division-Multiplexing: Parallele Spuren auf der Datenautobahn<\/h4>\n<p>Mehr Daten \u00fcber eine Glasfaser zu \u00fcbertragen \u2013 das ist das Forschungsmotto von Prof. Dr.-Ing. Georg Rademacher. Seit den ersten kommerziellen Eins\u00e4tzen von Glasfasernetzen zur Daten\u00fcbertragung in den 1980er Jahren wurden Ma\u00dfnahmen ergriffen, um deren Kapazit\u00e4t zu steigern. Doch 2010 ermittelte ein Forschungsprojekt, dass klassische Glasfasern bei rund 100 Terabit\/s an ihre Grenzen sto\u00dfen. \u201eGleichzeitig wurde klar, dass wir in Zukunft L\u00f6sungen brauchen, um noch viel mehr Daten zu \u00fcbertragen\u201c, erkl\u00e4rt der Experte f\u00fcr optische Nachrichtentechnik. \u201eNat\u00fcrlich k\u00f6nnte man mit mehreren parallelen Systemen arbeiten, aber das w\u00e4re teuer, energieintensiv und in manchen Anwendungen vom Platz her gar nicht machbar.\u201c<\/p>\n<p>An der Technischen Universit\u00e4t Berlin begann Rademacher, an neuen Glasfasertypen mit mehreren Kernen (Multicore-Fasern) bzw. mit einem Kern mit mehreren Moden (Multimode-Fasern) zu forschen. \u201eEs geht bei Space-Division-Multiplexing immer darum, in einer Glasfaser unterschiedliche Daten parallel zu \u00fcbertragen und den vorhandenen Raum daf\u00fcr bestm\u00f6glich zu nutzen \u2013 im Prinzip wie auf einer Autobahn mit mehreren Spuren.\u201c<\/p>\n<h4>Weltrekorde und der Weg in die Praxis: Von Japan nach Stuttgart<\/h4>\n<p>Nach seinem Umzug nach Japan konnte Rademacher am National Institute of Information and Communications Technology (NICT), einem der am besten ausgestatteten Labore f\u00fcr optische Nachrichtentechnik weltweit, gro\u00df angelegte Systemdemonstrationen realisieren. \u201eWir haben bei einer Modenmultiplex-\u00dcbertragung eine Datenrate von 3,5 Petabit\/s realisiert (3.500 Tb\/s) \u2013 ein Wert, der in einer Glasfaser mit Standardmanteldurchmesser noch nie gemessen wurde. Multimode- und Multicore-\u00dcbertragung kombiniert erreichten sogar 10,6 Petabit\/s (10.600 Tb\/s).\u201c<\/p>\n<p>Mit solchen Weltrekorden erzielten Rademacher und seine Kolleginnen und Kollegen hohe Aufmerksamkeit in der Fachwelt, allerdings zog es ihn schlie\u00dflich wieder n\u00e4her in die praktische Umsetzung seiner Forschung. Seit 2023 leitet er an der Universit\u00e4t Stuttgart das Institut f\u00fcr elektrische und optische Nachrichtentechnik und hat mehrere Konsortialprojekte in Deutschland gestartet, um praxisnahe Anwendungsszenarien f\u00fcr moderne Glasfasern zu entwickeln. Dabei hat er auch brandaktuelle Entwicklungen wie sogenannte Hohlkernfasern im Blick, in denen sich das Licht nahezu mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet. \u201eWir werden sehen, was wie schnell realisierbar ist \u2013 aber durch den KI-Boom und die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Rechenzentren ist die Bereitstellung h\u00f6chster Datenraten eines der Zukunftsthemen.\u201c<\/p>\n<p>Prof. Dr.-Ing. Georg Rademacher studierte an der Technischen Universit\u00e4t Berlin Elektrotechnik und legte 2011 dort sein Diplom ab. Nach seiner Dissertation an der TU Berlin 2015 war er von 2016 bis 2023 als Wissenschaftler am National Institute of Information and Communications Technology (NICT) in Japan t\u00e4tig. Seit April 2023 hat er an der Universit\u00e4t Stuttgart die Professur Integrated Photonic Systems inne und leitet dort als Direktor das Institut f\u00fcr elektrische und optische Nachrichtentechnik. Au\u00dferdem leitet er die Arbeitsgruppe \u201eSpace-Division Multiplexing\u201c am Fraunhofer Heinrich-Hertz Institut in Berlin. Rademacher erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen wie den ITG-Preis 2017 und den Maejima-Hisoka Preis 2020 und ist neben seiner Forschungsarbeit in Programmkomitees (OFC, ECOC, CLEO, SPPCOM) sowie dem IEEE und der VDE ITG aktiv. Als Associate Editor bei OPTICA tr\u00e4gt er dazu bei, die Community mit hochwertigen wissenschaftlichen Publikationen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Johann Philipp Reis wurde 1834 in Gelnhausen geboren, er starb 1874 in Friedrichsdorf (Hessen). Der Physiker und Erfinder gilt mit seiner Entwicklung, T\u00f6ne \u00fcber elektrische Leitungen zu \u00fcbertragen, als Wegbereiter des Telefons. Der Johann-Philipp-Reis-Preis wird seit 1986 regelm\u00e4\u00dfig alle zwei Jahre ausgeschrieben. Er wendet sich an Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bis 40 Jahre. Ausgezeichnet werden bedeutende nachrichtentechnische Neuerungen, die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft initiiert haben oder erwarten lassen. Die Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger werden von den Expertinnen und Experten der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Johann-Philipp-Reis-Preis wird alle zwei Jahre an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die bedeutende Innovationen in der Nachrichtentechnik geschaffen haben. Gestern erhielt Prof. Dr.-Ing. Georg Rademacher die Auszeichnung bei einer feierlichen Veranstaltung im hessischen Gelnhausen. Dr.-Ing. 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