{"id":1881,"date":"2025-12-09T15:46:42","date_gmt":"2025-12-09T14:46:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=1881"},"modified":"2025-12-09T15:46:42","modified_gmt":"2025-12-09T14:46:42","slug":"deutsche-telekom-fraunhofer-iais-und-kliniken-der-stadt-koeln-ki-agenten-sollen-helfen-in-der-notaufnahme-leben-zu-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2025\/12\/09\/deutsche-telekom-fraunhofer-iais-und-kliniken-der-stadt-koeln-ki-agenten-sollen-helfen-in-der-notaufnahme-leben-zu-retten\/","title":{"rendered":"Deutsche Telekom, Fraunhofer IAIS und Kliniken der Stadt K\u00f6ln: KI-Agenten sollen helfen, in der Notaufnahme Leben zu retten"},"content":{"rendered":"<p>Im Notfall-Eingriffsraum in Kliniken, dem sogenannten Schockraum, k\u00fcmmern sich bis zu zehn \u00c4rzt*innen und Pflegekr\u00e4fte um die schnelle und sichere Versorgung von Schwerstverletzten. Deutsche Telekom, das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und das Krankenhaus Merheim von den Kliniken der Stadt K\u00f6ln entwickeln aktuell anhand von Schockraum-Simulationen eine KI-gest\u00fctzte Live-Anzeige: Die KI dokumentiert und verfolgt die Gespr\u00e4che des medizinischen Personals im Schockraum. Auf Basis dessen ordnet ein KI-Agent die genannten Informationen nach medizinischen Priorit\u00e4ten ein. Diese Liste wird laufend aktualisiert und die Daten werden gleichzeitig f\u00fcr die Dokumentation der Behandlung gespeichert. So sollen die Fachkr\u00e4fte im Schockraum entlastet, Fehler reduziert \u2013 und Leben gerettet werden.<\/p>\n<p>Die KI-Anwendung kann im sogenannten Cloud-Edge-Kontinuum direkt im Krankenhaus auf eigenen Rechnern ohne Verbindung zum Internet oder \u00fcber die Cloud betrieben werden. Die Daten k\u00f6nnen so streng gesch\u00fctzt und nur im europ\u00e4ischen Raum nach europ\u00e4ischen Standards f\u00fcr Datensicherheit abgelegt werden. Das einj\u00e4hrige Projekt zur Entwicklung eines Prototyps anhand von Schockraum-Simulationen startete im September. Grundlage ist ein modularer Software-Baukasten f\u00fcr die KI-L\u00f6sungen.<\/p>\n<h4>Wie KI im Schockraum unterst\u00fctzen und Dokumentationen erleichtern soll<\/h4>\n<p>Das medizinische Team im Schockraum steht unter immensem Druck: W\u00e4hrend der \u00dcbergabe der Patient*innen vom Rettungsdienst an das Schockraum-Team, im Verlauf des Behandlungsprozesses im Schockraum und bei der \u00dcbergabe von Patient*innen an die Intensivstation oder den OP werden s\u00e4mtliche medizinisch relevanten Informationen verbal kommuniziert. Informationen m\u00fcssen blitzschnell erfasst, ausgetauscht und verarbeitet werden, w\u00e4hrend Diagnostik und Therapie parallel ablaufen. Die zu entwickelnde L\u00f6sung nutzt K\u00fcnstliche Intelligenz, um die Gespr\u00e4che automatisch mitzuschneiden, in Echtzeit auszuwerten, anzureichern und strukturiert grafisch aufzubereiten. Der sich aktuell in der Entwicklung befindliche KI-Agent soll dabei helfen.<\/p>\n<p>Die Behandlung folgt dem sogenannten ABCDE-Schema, Lebensbedrohliches wird zuerst behandelt: Atemwege (Airways), Beatmung (Breathing), Kreislauf (Circulation), neurologisches Defizit (Disability), erweiterte Informationen (Exposure). Sind die Atemwege frei, liegen starke innere oder \u00e4u\u00dfere Blutungen vor, ist der Stoffwechsel entgleist? Aber auch: Nimmt der\/die Verletzte Gerinnungshemmer und kann deshalb schneller verbluten? Ziel der KI ist folgendes: Die KI erkennt, welche Befunde, Ma\u00dfnahmen und Entscheidungen genannt werden. Spricht der Arzt von einem \u201egrobblasigen Rassel-Ger\u00e4usch\u201c bei der Atmung, ermittelt der KI-Agent die Kategorie und erstellt ein Live-Bild in Ampellogik nach dem ABCDE-Schema. Dar\u00fcber hinaus \u00fcberf\u00fchrt der KI-Agent die Daten automatisch in die Formulare f\u00fcr Dokumentation und Qualit\u00e4tssicherung.<\/p>\n<h4>Modellfall f\u00fcr sichere und flexible Cloud-Edge-Infrastrukturen<\/h4>\n<p>Die L\u00f6sung entsteht derzeit im Rahmen des europ\u00e4ischen F\u00f6rderprogramms IPCEI-CIS. Ziel ist eine standardisierte, \u00fcbertragbare Infrastruktur im Cloud-Edge-Kontinuum. Das System verf\u00fcgt \u00fcber eine erhebliche Resilienz gegen\u00fcber Infrastruktur-Ausf\u00e4llen, weil es sowohl lokal als auch offline \u00fcber den Super-Minicomputer DGX Spark von NVIDIA ebenso wie \u00fcber die AI Foundation Services in der Open Telekom Cloud (OTC) betrieben werden kann. Die OTC ist wesentlicher Bestandteil des T Cloud Angebots der Deutschen Telekom und entspricht s\u00e4mtlichen europ\u00e4ischen Datenschutzvorgaben. Schl\u00fcsselkomponenten des Systems wie der modulare Software-Baukasten f\u00fcr KI-L\u00f6sungen, das Edge-Agent-Framework, die schlanken KI-Modelle sowie automatisierte Workflows f\u00fcr Datenverarbeitung und Training k\u00f6nnen bei der Entwicklung anderer KI-Agenten-basierter Cloud-Edge-Infrastrukturen \u201ewiederverwendet\u201c werden.<\/p>\n<h4>Fortschritt durch eine starke Partnerschaft<\/h4>\n<p>\u201eMit der Entwicklung eines vielseitig einsetzbaren Multi-Agenten-Frameworks und seiner Anpassung an die Anforderungen in der Notfallmedizin schaffen wir die Grundlage f\u00fcr eine Entlastung des Personals bei der Versorgung Schwerstverletzter. Wichtige Bausteine daf\u00fcr sind eine gut durchdachte Systemarchitektur, die Einbindung vertrauensw\u00fcrdiger Komponenten f\u00fcr Sprachverarbeitung und Datenmanagement sowie die Edge-F\u00e4higkeit f\u00fcr den Betrieb direkt vor Ort\u201c, sagt Stefan R\u00fcping, Abteilungsleiter am Fraunhofer IAIS.\u00a0\u201eIndem wir medizinisches Fachwissen und realistische Schockraum-Simulationen einbringen, verzahnen wir Forschung und Praxis und tragen dazu bei, dass KI-Agenten im Schockraum k\u00fcnftig einen sp\u00fcrbaren Fortschritt f\u00fcr die Notfallversorgung bringen k\u00f6nnten\u201c, erg\u00e4nzt Jerome Defosse, Leitender Oberarzt der Klinik f\u00fcr An\u00e4sthesiologie und operative Intensivmedizin der Kliniken der Stadt K\u00f6ln.<\/p>\n<p>\u201eKI hilft bereits heute, Leben zu retten. Unser KI-Agent f\u00fcr die Notfallmedizin hat auch f\u00fcr andere Branchen Vorbildcharakter. Mit dieser praxisnahen L\u00f6sung zeigen wir den Nutzen souver\u00e4ner digitaler Infrastruktur f\u00fcr die Wirtschaft und das Gemeinwohl\u201c, sagt Ferri Abolhassan, CEO T-Systems und Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG.\u00a0Das Bundeswehrkrankenhaus Berlin und das Florence-Nightingale-Krankenhaus in D\u00fcsseldorf unterst\u00fctzen das Projekt in einer beratenden Rolle. Ein vor Ort im Krankenhaus laufender Prototyp, der auch offline voll funktionsf\u00e4hig ist, wird voraussichtlich im Sommer 2026 einsatzf\u00e4hig sein.\u00a0Thorsten Tjardes, Direktor der Klinik f\u00fcr Unfallchirurgie und Orthop\u00e4die Septische und Rekonstruktive Chirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Berlin: \u201eF\u00fcr uns hat die Resilienz der KI-Assistenz oberste Priorit\u00e4t \u2013 sie muss auch in der Cloud und lokal, also offline, absolut zuverl\u00e4ssig und sicher funktionieren, um die hohen Anforderungen der Notfallmedizin zu erf\u00fcllen.\u201c<\/p>\n<p>Martin Pin, Chefarzt Klinik f\u00fcr Notfall- und Akutmedizin am Florence Nightingale Krankenhaus D\u00fcsseldorf, erg\u00e4nzt: \u201eAls beratender Partner bringen wir unsere Expertise ein, um die innovative KI-Technologie praxisgerecht zu gestalten und eine optimale Balance zwischen technischer Exzellenz und der Nutzbarkeit im klinischen Betrieb zu gew\u00e4hrleisten.\u201c\u00a0Das aktuelle Vorhaben baut auf dem vom Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit gef\u00f6rderten Projekt \u201eTraumAInterfaces\u201c auf. Um die dort gewonnenen Erkenntnisse weiterzuentwickeln und dem Gesundheitswesen zur Verf\u00fcgung zu stellen, wurde eine Anschlussf\u00f6rderung durch das europ\u00e4ische F\u00f6rderprogramm IPCEI-CIS zur Verf\u00fcgung gestellt.\u00a0Die AI Foundation Services sind eine zentrale Plattform f\u00fcr sichere KI-Anwendungen. Unternehmen finden dort eine gro\u00dfe Auswahl an Open-Source- und kommerziellen KI-Modellen. Die Open-Source-Modelle werden von T-Systems nach h\u00f6chsten Sicherheitsstandards in eigenen Rechenzentren betrieben.<\/p>\n<p>Das IPCEI-CIS-Programm der EU zielt darauf ab, ein \u201eMulti-Provider Cloud-Edge Kontinuum\u201c zu schaffen: Eine vernetzte, souver\u00e4ne digitale Infrastruktur f\u00fcr Europa von Europa. Edge-Cloud Computing platziert leistungsstarke Rechenkapazit\u00e4ten am Netzwerkrand (\u201eat the Edge\u201c) mit minimaler Latenz. Bereits heute arbeiten zw\u00f6lf EU-Mitgliedstaaten und rund 150 Partner, darunter Branchenriesen wie SAP, Siemens, Bosch, Telef\u00f3nica, Orange und Airbus an diesem offenen, europ\u00e4ischen Betriebssystem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Notfall-Eingriffsraum in Kliniken, dem sogenannten Schockraum, k\u00fcmmern sich bis zu zehn \u00c4rzt*innen und Pflegekr\u00e4fte um die schnelle und sichere Versorgung von Schwerstverletzten. Deutsche Telekom, das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und das Krankenhaus Merheim von den Kliniken der Stadt K\u00f6ln entwickeln aktuell anhand von Schockraum-Simulationen eine KI-gest\u00fctzte Live-Anzeige: Die KI dokumentiert und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,5,4],"tags":[],"class_list":["post-1881","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-firmen-news","category-networks","category-telecom"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1881"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1881\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1882,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1881\/revisions\/1882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}