{"id":1894,"date":"2025-12-11T13:44:35","date_gmt":"2025-12-11T12:44:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=1894"},"modified":"2025-12-11T13:44:35","modified_gmt":"2025-12-11T12:44:35","slug":"nokia-warum-telekommunikation-dank-6g-und-ki-wieder-spannend-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2025\/12\/11\/nokia-warum-telekommunikation-dank-6g-und-ki-wieder-spannend-ist\/","title":{"rendered":"Nokia: Warum Telekommunikation dank 6G und KI wieder spannend ist"},"content":{"rendered":"<p>Beim diesj\u00e4hrigen Brooklyn 6G Summit wurde deutlich: Die n\u00e4chste Mobilfunkgeneration wird nicht einfach schneller. Sie wird intelligenter. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=92Ga620zbK4&amp;t=74s\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nokia zeichnete das Bild einer Zukunft<\/a>, in der 6G und K\u00fcnstliche Intelligenz keine getrennten Welten sind, sondern ein gemeinsames System bilden. Die Branche spricht inzwischen von \u201eAI-native networks\u201c: Netzen, die nicht nur Daten \u00fcbertragen, sondern selbst aktiv mitdenken.<\/p>\n<p>Davon profitieren l\u00e4ngst nicht mehr nur Mobilfunkprofis. Eine wachsende Zahl von Branchen ist darauf angewiesen, dass Netze zu intelligenten Rechenplattformen werden. Unternehmen, die digitale Produkte entwickeln, etwa Hersteller von AR- und VR-Brillen, Entwickler autonomer Drohnen und Roboter oder Startups f\u00fcr KI-getriebene Mobilit\u00e4ts- und Sicherheitsl\u00f6sungen ben\u00f6tigen genau diese F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p>Auch Betreiber kritischer Infrastruktur wie Logistikzentren, Smart-City-Systeme oder Rechenzentren k\u00f6nnen dadurch Anwendungen realisieren, die heute noch an Latenz, Zuverl\u00e4ssigkeit oder Bandbreitengrenzen scheitern. Denn viele der kommenden Innovationen, von immersiven Brillen \u00fcber autonome Fahrzeuge bis hin zu intelligenten Produktionshallen, funktionieren nur, wenn Mobilfunknetze selbst zu Echtzeit-Rechen- und Entscheidungsplattformen werden.<\/p>\n<h4>Nvidia und Nokia: Was als n\u00e4chstes kommt<\/h4>\n<p>Ein Thema des Summits war die Partnerschaft zwischen Nokia und Nvidia. Beide Unternehmen arbeiten gemeinsam daran, das Radio Access Network (RAN), also das Herzst\u00fcck der Mobilfunknetze, grundlegend neu zu bauen. Ziel ist nicht weniger als der Beginn einer AI-native Wireless Era: Netze, die von Grund auf f\u00fcr KI entwickelt sind, von 5G-Advanced bis zu 6G.<\/p>\n<p>Im Kern kombiniert die neue AI-RAN-Plattform die Funkzugangstechnik von Nokia mit Nvidias GPU-beschleunigter Infrastruktur. Damit k\u00f6nnen Mobilfunkanbieter zuk\u00fcnftig sowohl klassische RAN-Funktionen als auch KI-Workloads auf derselben, softwaredefinierten Architektur betreiben. Das bringt massive Leistungs- und Effizienzspr\u00fcnge und er\u00f6ffnet ein neues Wachstumsfeld: verteiltes Edge-AI-Inferencing. Das bedeutet, dass KI-Modelle direkt am Rand des Netzes (\u201eEdge\u201c) ausgef\u00fchrt werden, also nahe bei den Nutzern, Ger\u00e4ten oder Anwendungen, statt zentral in einem gro\u00dfen Rechenzentrum.<\/p>\n<p>Warum das wichtig ist? Anwendungen wie generative KI, agentische KI, AR\/VR-Ger\u00e4te, Drohnen oder zuk\u00fcnftige 6G-Funktionen wie integriertes Sensing ben\u00f6tigen enorme Rechenleistung am Rand des Netzes. Genau hier setzt die Plattform an: Sie nutzt ungenutzte RAN-Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Edge-AI-Services, steigert die spektrale und energetische Effizienz und verbessert die Netzwerkleistung, indem KI-Algorithmen direkt im Funknetz ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Kurz gesagt: Nokia und Nvidia legen das Fundament daf\u00fcr, dass k\u00fcnftig ein \u201eAI-Rechenzentrum in jeder Hosentasche\u201c steckt, und dass Mobilfunknetze zu intelligenten, KI-f\u00e4higen Plattformen werden, die Innovationen beschleunigen und den Weg zu 6G ebnen.<\/p>\n<h4>Was hinter dem \u201eAI Supercycle\u201c steckt<\/h4>\n<p>Nokias CEO Justin Hotard und Chief Technology &amp; AI Officer Pallavi Mahajan beschreiben die aktuelle Entwicklung als \u201eAI Supercycle\u201c. Gemeint ist damit kein kurzer Trend, sondern ein langfristiger Umbruch, \u00e4hnlich dem Aufstieg des Internets in den 90er Jahren.<\/p>\n<p>Damals ging es darum, Informationen zug\u00e4nglich zu machen. Heute geht es darum, K\u00fcnstliche Intelligenz \u00fcberall verf\u00fcgbar zu machen.\u00a0W\u00e4hrend wir KI heute haupts\u00e4chlich als Text- und Sprachmodelle erleben, w\u00e4chst der Anteil anderer KI-Arten rasant: Bild- und Videomodelle, Modelle f\u00fcr autonome Systeme oder digitale Zwillinge sind schon Realit\u00e4t, aber ihre praktische Nutzung steht erst am Anfang. Mit jedem Schritt in Richtung breiter Anwendung steigen die Anforderungen an das Netz dramatisch.<\/p>\n<p>Diese Systeme erzeugen und verarbeiten enorme Datenmengen, sie reagieren auf ihre Umgebung, treffen Entscheidungen in Sekundenbruchteilen und ben\u00f6tigen oft Rechenleistung in unmittelbarer N\u00e4he des Nutzers oder Ger\u00e4ts. Genau an dieser Stelle sto\u00dfen heutige Netze an Grenzen: Sie wurden f\u00fcr klassische Datendienste entwickelt, nicht f\u00fcr KI-gest\u00fctzte Echtzeitverarbeitung in gro\u00dfem Ma\u00dfstab.<\/p>\n<h4>Wie anyRAN den Weg zu 6G ebnet<\/h4>\n<p>Mit \u201eanyRAN\u201c verfolgt Nokia die Idee eines vollst\u00e4ndig softwaredefinierten Funksystems. Statt vieler unterschiedlicher Hardwareplattformen gibt es eine einheitliche Software, die auf den eigenen AirScale-Systemen von Nokia ebenso l\u00e4uft wie auf Standardservern oder GPU-basierten Nvidia-Plattformen.<\/p>\n<p>Der Vorteil ist: Der \u00dcbergang von 5G auf 6G wird vor allem zu einem Software-Upgrade statt zu einem Infrastruktur-Gro\u00dfprojekt. Neue KI-Modelle, Energieoptimierungen oder Leistungsverbesserungen lassen sich wie ein Update installieren. F\u00fcr Netzbetreiber bedeutet das: weniger Kosten, mehr Flexibilit\u00e4t und die M\u00f6glichkeit, neue Dienste viel schneller zu entwickeln.<\/p>\n<h4>Warum Konnektivit\u00e4t unsichtbar werden muss<\/h4>\n<p>Ein zentrales Ziel der kommenden Netze ist es, dass wir Konnektivit\u00e4t nicht mehr bewusst wahrnehmen. Heute merken wir noch, wenn das WLAN wechselt oder das Mobilfunknetz nachjustiert.<\/p>\n<p>In einer KI-gesteuerten Welt muss das anders funktionieren: Verbindungen sollen zuverl\u00e4ssig, sicher und sofort verf\u00fcgbar sein, egal ob wir in einem Geb\u00e4ude stehen, in einem autonomen Shuttle sitzen oder mit AR-Brillen arbeiten. Unsichtbare Konnektivit\u00e4t hei\u00dft: Alles funktioniert einfach. Immer. Sofort. F\u00fcr Nutzer bedeutet das besseren Komfort, f\u00fcr Unternehmen neue M\u00f6glichkeiten, f\u00fcr Betreiber neue Einnahmequellen durch hochwertige, verl\u00e4ssliche Premiumdienste.<\/p>\n<h4>Ein Blick in die Zukunft der Netze<\/h4>\n<p>Der Summit zeigte auch, wie sich die Netze in den n\u00e4chsten zehn Jahren entwickeln. Rechenleistung wandert n\u00e4her an den Nutzer. Netze treffen Entscheidungen selbstst\u00e4ndig. Datenmodelle bewegen sich dynamisch zwischen Cloud, Edge und Ger\u00e4t. Und 6G-Standards werden von Anfang an so geplant, dass KI nicht ein Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil ist.<\/p>\n<p>Das ist entscheidend, damit autonome Systeme sicher funktionieren, St\u00e4dte intelligenter werden und neue Gesch\u00e4ftsmodelle entstehen k\u00f6nnen, von Echtzeit-Sicherheitsl\u00f6sungen bis zu industrieller Automatisierung.<\/p>\n<h4>Telekommunikation ist wieder cool<\/h4>\n<p>Lange galt die Telekombranche als langsam, reguliert, wenig glamour\u00f6s. Doch mit 6G und KI wird sie zu einem der spannendsten Innovationsfelder \u00fcberhaupt. Aus der dummen Datenpipeline wird das intelligente Nervensystem einer Welt, in der KI \u00fcberall eingebettet ist: in Ger\u00e4ten, Anwendungen, St\u00e4dten, Fahrzeugen und Unternehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim diesj\u00e4hrigen Brooklyn 6G Summit wurde deutlich: Die n\u00e4chste Mobilfunkgeneration wird nicht einfach schneller. Sie wird intelligenter. Nokia zeichnete das Bild einer Zukunft, in der 6G und K\u00fcnstliche Intelligenz keine getrennten Welten sind, sondern ein gemeinsames System bilden. Die Branche spricht inzwischen von \u201eAI-native networks\u201c: Netzen, die nicht nur Daten \u00fcbertragen, sondern selbst aktiv mitdenken. 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