{"id":202,"date":"2021-09-16T10:49:40","date_gmt":"2021-09-16T08:49:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2021\/09\/16\/remote-work-als-chance-und-herausforderung\/"},"modified":"2021-09-16T10:49:40","modified_gmt":"2021-09-16T08:49:40","slug":"remote-work-als-chance-und-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2021\/09\/16\/remote-work-als-chance-und-herausforderung\/","title":{"rendered":"Remote Work als Chance und Herausforderung"},"content":{"rendered":"<p>Der Trend zeichnete sich bereits seit langem ab, nahm aber nie so richtig an Fahrt auf \u2013 bis Corona kam: Remote Work \u2013 das ortsunabh\u00e4ngige Arbeiten wurde durch die COVID-19-Pandemie nicht nur beg\u00fcnstigt, sondern in weiten Teilen der Arbeitswelt sogar zum Muss. Unternehmen jeglicher Gr\u00f6\u00dfe waren gezwungen, ihr Personal im Fr\u00fchjahr 2020 ins Home Office zu schicken \u2013 vorausgesetzt, die Branche und jeweilige T\u00e4tigkeit des Mitarbeiters erlaubte den Schritt. W\u00e4hrend diese Art des flexiblen Arbeitens f\u00fcr die meisten Angestellten neu war, wird sie von vielen Selbstst\u00e4ndigen und Freiberuflern schon lange praktiziert \u2013 genauer gesagt, seit digitale Technologien dies erm\u00f6glichen. Dabei umfasst Remote Work nicht nur die T\u00e4tigkeit von Festangestellten im Home Office, sondern generell flexibles, mobiles Arbeiten von jedem Ort der Welt aus. Voraussetzung ist lediglich ein Internet-Anschluss mit ausreichend Bandbreite und ein Endger\u00e4t wie Desktop-PC, Notebook, Tablet oder Smartphone.\u00a0Hinsichtlich der genauen begrifflichen Definition ist Remote Work jedoch vom Arbeiten im Home Office grunds\u00e4tzlich zu unterscheiden: Erstere bezieht sich rein auf das mobile Arbeiten per se, umfasst also beispielsweise auch reisende Au\u00dfendienstmitarbeiter, die \u00fcber ihr mobiles Endger\u00e4t auf das Firmen-Netzwerk zugreifen. Auch Pendler, die w\u00e4hrend der Bahnfahrt zum Arbeitsplatz oder nach hause mobil arbeiten, sind damit gemeint. Die T\u00e4tigkeit im Home Office hingegen betrifft nur Angestellte, die nicht von unterwegs, sondern wirklich von zu hause aus arbeiten \u2013 beispielsweise, weil es die Pandemie erfordert.<\/p>\n<h4>Vorteile und Nachteile abw\u00e4gen<\/h4>\n<p>Aus welchen Gr\u00fcnden sollten nun Unternehmen ihrem Personal die Arbeit im Home Office erm\u00f6glichen? Zu nennen ist hier nat\u00fcrlich in erster Linie das Plus an Flexibilit\u00e4t: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen k\u00f6nnen ihre berufliche T\u00e4tigkeit gezielter an die eigenen Bed\u00fcrfnisse anpassen. Beispielsweise l\u00e4sst sich die Heimarbeit besser mit der Betreuung von Kindern in Einklang bringen als dies bei der Pr\u00e4senz im Unternehmen vor Ort m\u00f6glich ist. So k\u00f6nnen Angestellte den Schwerpunkt ihrer Arbeit in die Zeitr\u00e4ume legen, in denen die Kinder sich in der Schule oder Kindertagesst\u00e4tte aufhalten. Wenn die Spr\u00f6sslinge dann im Bett sind, lassen sich fehlende Arbeitszeiten problemlos nachholen. Voraussetzung hierf\u00fcr ist nat\u00fcrlich, dass der Arbeitgeber einem solchen flexiblen Arbeitszeitmodell zustimmt. Ist dies der Fall, kann sich das Plus an Gestaltungsspielraum sehr positiv auf die Motivation der Mitarbeitenden auswirken.\u00a0Ein weiterer Vorteil von Remote Work besteht im Wegfall des Arbeitsweges. Insbesondere Pendler mit sehr weiter Anfahrtstrecke profitieren davon und k\u00f6nnen betr\u00e4chtlich Kosten einsparen. Auf der anderen Seite steigen aber die Ausgaben f\u00fcr Strom, Heizung und Wasser, wenn in den eigenen vier W\u00e4nden gearbeitet wird. Im Umkehrschluss sparen die Arbeitgeber entsprechende Kosten nat\u00fcrlich ein.<\/p>\n<p>Ebenso m\u00fcssen sie keine eigene Arbeitsplatz-Infrastruktur wie B\u00fcror\u00e4ume, Schreibtische und IT-Komponenten f\u00fcr die zu hause Arbeitenden bereitstellen. Um jedoch finanzielle Nachteile f\u00fcr diese Personengruppe zu vermeiden, sollten Unternehmen die Kosten und Installation der IT-Architektur im Home Office inklusive Rechner und Anbindung ans Virtual Private Network (VPN) \u00fcbernehmen. Den Nutzen f\u00fcr beide Seiten haben bereits viele moderne Unternehmen erkannt und entsprechende Remote-Work-Konzepte als festen Bestandteil in die Firmenkultur integriert.<\/p>\n<p>Neben den vielen Vorteilen gibt es jedoch auch einige Herausforderungen f\u00fcr Arbeitgeber und Remote Worker gleicherma\u00dfen, die gestemmt werden m\u00fcssen. So ist es meist erforderlich, dass beide Seiten den kompletten Workflow neu organisieren \u2013 sowohl in technischer Hinsicht als auch prozessbezogen. Dies betrifft vor allem die Zusammenarbeit von Kollegen und Teams, die sich \u00fcber die Ferne schwerer steuern l\u00e4sst als bei der Pr\u00e4senz im Unternehmen. Um hier durchg\u00e4ngige Prozesse zu gew\u00e4hrleisten, ist die Implementierung funktionierender Collaboration-Plattformen oder Video-Conferencing-Tools unerl\u00e4sslich. F\u00fcr deren effiziente Nutzung bedarf es einer stabilen VPN-Verbindung und eines performanten Internet-Zuganges im Home Office, was selbst heute noch nicht \u00fcberall selbstverst\u00e4ndlich ist. Vor allem in manchen l\u00e4ndlichen Regionen reicht die Netzabdeckung hierf\u00fcr noch nicht aus.\u00a0Probleme und Unsicherheiten bereitet auch der Versicherungsschutz von Home Workern, insbesondere bei der Unfallversicherung: Da im Home Office berufliche und private Bereiche verschmelzen, ist nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung genau zu trennen, ob die jeweilige T\u00e4tigkeit f\u00fcr das Unternehmen oder f\u00fcr eigene Zwecke erfolgte. Ein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz besteht demnach nur f\u00fcr Aufgaben, die unmittelbar beruflich veranlasst sind, nicht jedoch f\u00fcr private T\u00e4tigkeiten wie etwa das Kochen in der Mittagspause.<\/p>\n<h4>Mehr Freiheit erfordert h\u00f6here Selbstdisziplin<\/h4>\n<p>Neben den technischen Voraussetzungen sind auch Herausforderungen zu meistern, die in der Person des Mitarbeiters liegen: So m\u00fcssen diese ihren Tagesablauf und ihre Arbeitsumgebung v\u00f6llig anders strukturieren. Um mit dem Zugewinn an Freiheit zurechtzukommen, ist ein hohes Ma\u00df an Selbstdisziplin erforderlich. Fehlt die Kontrolle durch den Arbeitgeber komplett, sind die Verlockungen und Ablenkungen in der h\u00e4uslichen Umgebung besonders gro\u00df. Dazu kommt: Die dauerhafte und ausschlie\u00dfliche Besch\u00e4ftigung im Home Office kann zu einer Isolation der Menschen f\u00fchren. Manche allein lebende Heimarbeiter klagen sogar \u00fcber eine zunehmende Vereinsamung. Daher sollten Unternehmen ihre Angestellten niemals gegen ihren Willen zur Remote Work verpflichten. Es sei denn, die Pandemie-Situation macht dies zwingend erforderlich. Zudem k\u00f6nnen durch den fehlenden pers\u00f6nlichen Kontakt und Austausch mit Kollegen der Zusammenhalt der Belegschaft und der Teamgeist massiv leiden.\u00a0Eine Herausforderung, wenn nicht sogar ein Hemmnis f\u00fcr die Gew\u00e4hrung von Remote Work ist unzureichendes Vertrauen des Arbeitgebers. Manche F\u00fchrungskr\u00e4fte und Vorgesetzte bef\u00fcrchten, dass ihre Mitarbeiter in den eigenen vier W\u00e4nden aufgrund geringeren Drucks deutlich weniger Leistung erbringen. Dies ist jedoch ein Tabu-Thema und wird in den meisten F\u00e4llen nicht offen ausgesprochen. Dabei folgt der Mangel an Vertrauen in erster Linie einer traditionellen, hierarchisch gepr\u00e4gten Sichtweise: Und zwar dann, wenn die menschliche Arbeitsleistung rein zeitbezogen \u2013 als Tausch von Zeit gegen Geld \u2013 gesehen wird. Anders verh\u00e4lt es sich, wenn ausschlie\u00dflich die Ergebnisse z\u00e4hlen. Stimmen die Kennzahlen und Zielvereinbarungen am Ende des Tages, kann es dem Arbeitgeber egal sein, zu welcher Zeit und an welchem Ort der Angestellte seine Arbeitsleistung erbringt. In innovativen Unternehmen \u2013 darunter viele Start-ups \u2013 hat sich eine solche Firmenkultur schon durchgesetzt.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen nun Arbeitgeber und Besch\u00e4ftigte beitragen, damit das \u201eAbenteuer Remote Work\u201c optimal gelingt? Wichtig ist zun\u00e4chst, dass beide Seiten sich offen und ohne Vorbehalte darauf einlassen. Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern uneingeschr\u00e4nkt vertrauen und diese Haltung auch zeigen. Konkret kann dies beispielsweise bedeuten, dass sie dem Remote Worker eine komplett freie Zeiteinteilung gew\u00e4hren. Letztere wiederum sollten diesen Vertrauensvorschuss w\u00fcrdigen und ihre Arbeitsstunden korrekt dokumentieren. Eine professionelle Zeiterfassung sorgt dabei f\u00fcr ein hohes Ma\u00df an Transparenz. F\u00fcr eine klare Struktur der Workflows und eine optimale Kommunikation innerhalb der Teams sind regelm\u00e4\u00dfige Videokonferenzen \u00fcber Collaboration-Plattformen unabdingbar. Zu empfehlen sind t\u00e4glich zwei Meetings: eines am Morgen, um anstehende Projekte und Aufgaben zu besprechen. Das zweite virtuelle Treffen sollte etwa eine Stunde vor Feierabend stattfinden, um sich nochmal abzustimmen und Fragen zu kl\u00e4ren.\u00a0Zudem m\u00fcssen die Mitarbeiter auch aus dem Home Office auf alle Daten und Anwendungen schnell und sicher zugreifen k\u00f6nnen. TOPIX etwa unterst\u00fctzt hierbei optimal: Als Client-Server-L\u00f6sung erm\u00f6glicht sie den Nutzern, von jedem Ort der Welt aus zu arbeiten. Erforderlich sind lediglich ein Internet-Anschluss und die n\u00f6tigen Sicherheitseinstellungen f\u00fcr das VPN. Eine wichtige Ma\u00dfnahme f\u00fcr Arbeitgeber ist dar\u00fcber hinaus, regelm\u00e4\u00dfig Events wie Firmenausfl\u00fcge und Feiern anzubieten. So l\u00e4sst sich der pers\u00f6nliche Kontakt zwischen den Kollegen aufrechterhalten und der Teamgeist st\u00e4rken. Und ein zentraler Tipp am Schluss: Ausschlie\u00dfliches Arbeiten im Home Office \u2013 wie zu Pandemie-Zeiten vielerorts \u00fcblich \u2013 ist nicht zu empfehlen. Zwei bis drei Mal Remote Work pro Woche bildet einen guten Mittelweg und gew\u00e4hrleistet einen regelm\u00e4\u00dfigen, pers\u00f6nlichen Austausch der Mitarbeiter.<\/p>\n<h4>Fazit<\/h4>\n<p>Der Trend hin zu mehr ortsunabh\u00e4ngigem Arbeiten l\u00e4sst sich nicht mehr aufhalten. Unternehmen sind hier gefordert, die n\u00f6tigen Vorkehrungen zu treffen. Und auch die Mitarbeiter sollten dem Thema offen gegen\u00fcberstehen und das Angebot nutzen. Ziehen beide Seiten an einem Strang, k\u00f6nnen alle Beteiligten von einer erfolgreichen Remote-Work-Beziehung profitieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Trend zeichnete sich bereits seit langem ab, nahm aber nie so richtig an Fahrt auf \u2013 bis Corona kam: Remote Work \u2013 das ortsunabh\u00e4ngige Arbeiten wurde durch die COVID-19-Pandemie nicht nur beg\u00fcnstigt, sondern in weiten Teilen der Arbeitswelt sogar zum Muss. 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