{"id":2244,"date":"2026-07-20T15:23:47","date_gmt":"2026-07-20T13:23:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=2244"},"modified":"2026-07-20T15:23:47","modified_gmt":"2026-07-20T13:23:47","slug":"warum-risiken-durch-drittanbieter-zur-groessten-sicherheitsherausforderung-im-einzelhandel-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2026\/07\/20\/warum-risiken-durch-drittanbieter-zur-groessten-sicherheitsherausforderung-im-einzelhandel-werden\/","title":{"rendered":"Warum Risiken durch Drittanbieter zur gr\u00f6\u00dften Sicherheitsherausforderung im Einzelhandel werden"},"content":{"rendered":"<p>Aktuelle Datenlecks bei deutschen Einzelh\u00e4ndlern zeigen, dass selbst Unternehmen, die \u00fcber starke IT-Sicherheitsma\u00dfnahmen verf\u00fcgen, \u00fcber vertrauensw\u00fcrdige Drittanbieter gef\u00e4hrdet werden k\u00f6nnen. Wenn Einzelh\u00e4ndler ihre digitalen \u00d6kosysteme mit den L\u00f6sungen von SaaS-Anbietern und weiteren Logistikpartnern kontinuierlich erweitern, m\u00fcssen sie dabei ber\u00fccksichtigen, dass jeder eingebundene Drittanbieter die eigene Angriffsfl\u00e4che vergr\u00f6\u00dfert.<\/p>\n<h4>Einzelh\u00e4ndler k\u00e4mpfen weiterhin mit bekannten Bedrohungen<\/h4>\n<p>Bei vielen Datenlecks sind personenbezogene Daten wie Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Geburtsdaten f\u00fcr Angreifer ebenso wertvoll wie Anschriften, Passw\u00f6rter und Zahlungsinformationen. Selbst solche scheinbar grundlegenden Angaben liefern wichtige Erkenntnisse, mit denen Angreifer noch \u00fcberzeugendere Phishing-Kampagnen und Identit\u00e4tsbetrug planen und durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Die finanziellen Folgen solcher Vorf\u00e4lle zeigen sich oftmals nicht bereits beim eigentlichen Sicherheitsvorfall, sondern erst sp\u00e4ter im Rahmen weiterer Angriffe.<\/p>\n<p>Laut einer aktuellen Studie von ManageEngine zur operativen Resilienz deutscher Unternehmen berichten drei Viertel der Befragten aus dem Bereich Einzelhandel, dass sie im vergangenen Jahr einen cybersicherheitsrelevanten Vorfall verzeichnen mussten. Dabei z\u00e4hlen Phishing und kompromittierte Zugangsdaten trotz steigender Investitionen im Bereich Cybersicherheit weiterhin zu den am h\u00e4ufigsten verzeichneten Angriffsmethoden, gefolgt von der Ausnutzung vorhandener Schwachstellen und Datenlecks. Die Ergebnisse der Studie deuten zudem darauf hin, dass Angreifer oftmals nicht wegen neuartiger Angriffsmethoden erfolgreich sind, sondern bekannte Schwachstellen ausnutzen, die sich in komplexen digitalen \u00d6kosystemen nur schwer dauerhaft und umfassend beseitigen lassen.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt au\u00dferdem eine auff\u00e4llige Diskrepanz darin, wie Einzelhandelsunternehmen nach Sicherheitsvorf\u00e4llen auf diese reagieren. Die Befragten gaben beispielsweise an, regelgetriebene Ma\u00dfnahmen und Anpassungen interner Richtlinien st\u00e4rker zu priorisieren als technische Ma\u00dfnahmen wie die Behebung von Schwachstellen, das Patch-Management und die \u00dcberpr\u00fcfung von Zugriffsrechten.\u00a0Umfassende Compliance ist f\u00fcr eine effektive Unternehmenssteuerung zwar wichtig, kann operative Cyberrisiken ohne komplement\u00e4re technische Ma\u00dfnahmen jedoch nicht ausreichend senken. Unternehmen ben\u00f6tigen deshalb einen kontinuierlichen \u00dcberblick \u00fcber ihre IT-Ressourcen, digitalen Identit\u00e4ten und Zugriffe durch Drittanbieter, damit sie Bedrohungen erkennen und eind\u00e4mmen k\u00f6nnen, bevor Kundendaten offengelegt werden.<\/p>\n<p>Deutsche Einzelhandelsunternehmen sind sich der Bedeutung von Technologie f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Widerstandsf\u00e4higkeit jedoch durchaus bewusst: 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sowohl f\u00fcr den laufenden Betrieb als auch f\u00fcr ihre Sicherheit stark auf IT-Systeme angewiesen sind. Dennoch k\u00e4mpfen IT-Sicherheitsteams in Unternehmen weiterhin mit signifikanten operativen Herausforderungen, wie beispielsweise nach wie vor zu vielen manuellen Prozessen, die durch Budgetk\u00fcrzungen noch versch\u00e4rft werden. Daher ist es nicht \u00fcberraschend, dass nur 58 Prozent der Befragten aus dem Einzelhandel darauf vertrauen, die cybersicherheitsrelevanten Vorf\u00e4lle, die sie in den kommenden ein bis zwei Jahren erwarten, auch bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Fazit<\/h4>\n<p>Diese Vertrauensl\u00fccke wird sich in Zukunft wahrscheinlich noch vergr\u00f6\u00dfern. K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) erm\u00f6glicht es Cyberangreifern, immer ausgefeiltere Angriffe mit einer Geschwindigkeit und in einem Umfang durchzuf\u00fchren, mit denen herk\u00f6mmliche und manuelle Sicherheitsprozesse nicht Schritt halten k\u00f6nnen. Und identit\u00e4tsbasierte Angriffe und ein mangelnder \u00dcberblick \u00fcber die Bedrohungslage stellen f\u00fcr Einzelh\u00e4ndler ebenfalls eine gro\u00dfe Sorge dar.\u00a0Dass selbst relativ simple Angriffsmethoden weiterhin erfolgreich sind, zeigt zudem, wie stark Cyberresilienz inzwischen davon abh\u00e4ngt, das eigene Gesch\u00e4ftsumfeld und die Gesch\u00e4ftspartner sorgf\u00e4ltig auszuw\u00e4hlen und zu pr\u00fcfen. Unabh\u00e4ngig davon, wo ein Cyberangriff herkommt, sind es jedoch die Unternehmen, die eine wirksame Identit\u00e4tssteuerung mit umfassender Einsicht in ihre Betriebsumgebung, konsequentem Schwachstellenmanagement und strenger Kontrolle von Drittanbietern verbinden, die solchen Bedrohungen besser standhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Praveen Das, Technical Head bei <a href=\"https:\/\/www.manageengine.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ManageEngine<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuelle Datenlecks bei deutschen Einzelh\u00e4ndlern zeigen, dass selbst Unternehmen, die \u00fcber starke IT-Sicherheitsma\u00dfnahmen verf\u00fcgen, \u00fcber vertrauensw\u00fcrdige Drittanbieter gef\u00e4hrdet werden k\u00f6nnen. 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