{"id":2272,"date":"2026-08-03T16:16:12","date_gmt":"2026-08-03T14:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=2272"},"modified":"2026-08-03T16:16:31","modified_gmt":"2026-08-03T14:16:31","slug":"2272","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2026\/08\/03\/2272\/","title":{"rendered":"Quantenkommunikation zum T\u00fcfteln und (selbst) Testen"},"content":{"rendered":"<p>Am 29. und 30. Juli 2026 rauchten im Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena sprichw\u00f6rtlich die K\u00f6pfe: Zwei Tage lang arbeiteten die Teilnehmenden des Quantum Hackathon in kleinen Gruppen daran, sich in ein quantengesichertes System zu \u00bbhacken\u00ab. Keine triviale Herausforderung, denn Quantenkommunikation gilt als besonders sicher. Doch gerade die Suche nach potenziellen Schwachstellen sch\u00e4rft das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Zukunftstechnologie, die auch f\u00fcr viele Nachwuchsforschende noch komplex ist. Gleichzeitig schafft die Erprobung unter realen Bedingungen die Grundlage, Systeme k\u00fcnftig noch robuster gegen Angriffe zu gestalten.<\/p>\n<h4>Hochsicher kommunizieren mit Licht<\/h4>\n<p>Die Quantenkommunikation nutzt Lichtteilchen und deren besondere quantenphysikalischen Eigenschaften, um Daten hochsicher zu verschl\u00fcsseln. \u00bbHochsicher\u00ab bedeutet dabei: Greift jemand unbefugt auf eine quantenverschl\u00fcsselte Kommunikation zu, wird das unweigerlich erkannt. Die Verschl\u00fcsselung l\u00e4sst sich dann sofort verwerfen und durch eine neue ersetzen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Fraunhofer IOF in Jena ist die Quantenkommunikation seit vielen Jahren ein relevanter Forschungsschwerpunkt: \u00bbWir erforschen die technologischen Grundlagen zur Quantenkommunikation und entwickeln die notwendigen Bausteine, um die Technologie in die Anwendung zu bringen\u00ab, erkl\u00e4rt Dr. Karin Burger, Quantenforscherin am Fraunhofer IOF und wissenschaftliche Leiterin des Projekts O-PEN. Denn langfristig soll die Quantenkommunikation raus aus dem Labor und rein ins reale Leben. Relevant ist sie insbesondere f\u00fcr Regierungen und Ministerien, Sicherheitsbeh\u00f6rden sowie kritische Infrastrukturen.<\/p>\n<h4>Akzeptanz entsteht durch Beteiligung<\/h4>\n<p>Bevor neue Systeme in der Praxis eingesetzt werden, m\u00fcssen sie unter realistischen Bedingungen getestet werden. Ebenso wichtig ist es, das Wissen \u00fcber ihre St\u00e4rken und Schw\u00e4chen in der Wissenschaftscommunity und der breiten \u00d6ffentlichkeit zu verankern. \u00bbSchlie\u00dflich h\u00e4ngt der Erfolg neuer Technologien nicht allein von ihrer technischen Umsetzbarkeit ab\u00ab, sagt weiter Dr. Norman Bedtke, Gesamtkoordinator f\u00fcr das Projekt O-PEN am Fraunhofer ISI in Leipzig. \u00bbF\u00fcr viele Menschen bleibt der Nutzen einer neuen und komplexen Technologie wie der Quantenkommunikation zun\u00e4chst schwer greifbar.\u00ab\u00a0Das Forschungsprojekt O-PEN, das beide Fraunhofer-Institute gemeinsam umsetzten, verfolgte deshalb bewusst einen mehrgleisigen Ansatz: IT- und Cybersecurity-Fachleute, Studierende und Interessierte konnten die Quantentechnologie in Hackathons niedrigschwellig kennenlernen und selbst erproben.<\/p>\n<p>Wie gut der Ansatz funktioniert, zeigt der nun abgeschlossene Quantum Hackathon: Rund 20 Teilnehmende mit unterschiedlichen fachlichen und nationalen Hintergr\u00fcnden aus Polen, Rum\u00e4nien, China, Indien, \u00c4gypten und Deutschland \u00fcbernahmen die Rolle der Hackerin Eve. Sie versuchten, das Quantensignal zwischen zwei Kommunikationspartnern \u2013 Bob und Alice \u2013 abzufangen und die \u00fcbertragenen Informationen auszulesen.<\/p>\n<p>\u00bbWir haben das Quanten-Setup f\u00fcr den Hackathon extra so gebaut, dass ein Abh\u00f6ren \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich ist \u00ab, ordnet Dr. Karin Burger ein. \u00bbDie Herausforderung f\u00fcr die Teilnehmenden bestand darin, nach dem Abgreifen der Daten, diese zu verstehen und auszuwerten sowie die Auswirkungen des Angriffs auf das System zu analysieren. Auf diese Weise entwickelten die Nachwuchsforschenden ein tiefes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Umsetzung von Quantenkommunikation und das notwendige Handwerkzeug.\u00ab<\/p>\n<h4>Ausblick und digitale Angebote zur Wissenschaftskommunikation<\/h4>\n<p>Erg\u00e4nzend dazu entstanden im Projekt O-PEN mit dem <a href=\"https:\/\/quanten-kompass.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quanten-Kompass<\/a> und dem Onlinespiel <a href=\"https:\/\/quanten-kompass.de\/game\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eve on a Mission<\/a> digitale Angebote, um Quantenwissen auch einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen. Beide Formate vermitteln die Grundlagen der Quantenkommunikation und geben Einblicke in Anwendungspotentiale der Technologie in der digitalen Kommunikation. Sie stehen ab sofort kostenfrei und dauerhaft online zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Partner-Institute IOF und ISI planen nun mit den entwickelten Angeboten weiterzuarbeiten. Dazu erkl\u00e4rt Dr. Norman Bedtke: \u00bbWir m\u00f6chten die entwickelten Angebote langfristig etablieren, ihre Wirkung wissenschaftlich evaluieren und neue Ans\u00e4tze der Wissenschaftskommunikation f\u00fcr Zukunfts- und Schl\u00fcsseltechnologien entwickeln.\u00ab Dazu will das Forschungsteam unter anderem einen Crowdsourcing-Wettbewerb anbieten, bei denen Interessierte ihre Ideen zur Weiterentwicklung des Quantum Hackathons und digitalen Angebote \u00fcber eine Online-Plattform einreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Verbundprojekt l\u00e4uft noch bis April 2027. Es wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen seines Programms zur St\u00e4rkung der Quantenkommunikation in Deutschland gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 29. und 30. 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