{"id":2355,"date":"2026-09-21T14:02:36","date_gmt":"2026-09-21T12:02:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=2355"},"modified":"2026-09-21T14:02:36","modified_gmt":"2026-09-21T12:02:36","slug":"box-schatten-ki-bleibt-trotz-wachsender-ki-reife-ein-verbreitetes-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2026\/09\/21\/box-schatten-ki-bleibt-trotz-wachsender-ki-reife-ein-verbreitetes-problem\/","title":{"rendered":"Box: Schatten-KI bleibt trotz wachsender KI-Reife ein verbreitetes Problem"},"content":{"rendered":"<p>Der AI Governance Benchmark 2026 von Box und dem Handelsblatt Research Institute befasst sich mit der Nutzung und Skalierung von KI in Unternehmen sowie mit dem Stand der dazugeh\u00f6rigen Governance-Strukturen. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, wie weit KI bereits produktiv eingesetzt wird und welche Rolle Governance bei Datenzugriffen sowie beim Umgang mit Schatten-KI spielt.<\/p>\n<p>Unternehmen setzen k\u00fcnstliche Intelligenz in immer gr\u00f6\u00dferem Umfang produktiv ein. Damit r\u00fcckt eine Herausforderung in den Vordergrund, die sich mit technischer Reife, also dem Grad an KI-Integration im Unternehmen, nicht g\u00e4nzlich aufl\u00f6st. Besch\u00e4ftigte greifen auf generative KI-Tools zur\u00fcck, die vom eigenen Unternehmen nicht offiziell freigegeben wurden. In 42 Prozent der befragten Unternehmen geschieht dies gelegentlich, in weiteren 34 Prozent h\u00e4ufig. Nur neun Prozent verbieten externe KI-Tools vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Der Benchmark verweist damit auf eine L\u00fccke zwischen formaler Governance und ihrer praktischen Verankerung. Die Studie versteht KI-Governance als Zusammenspiel aus wirksamem Risikomanagement und klarer Verantwortung f\u00fcr Entscheidungen und Kontrolle. Die Umsetzung dieser Prinzipien bleibt vielerorts hinter der technischen Nutzung zur\u00fcck, wie das Beispiel der Schatten-KI aufzeigt, das laut der Auswertung auch bei Unternehmen mit h\u00f6herer KI-Reife nicht automatisch verschwindet.<\/p>\n<p>Das Problem gewinnt an Gewicht, weil KI bereits tief in den Unternehmensalltag vorgedrungen ist. 80 Prozent der befragten Unternehmen nutzen KI produktiv, weitere 20 Prozent befinden sich in der Pilotphase. Bei rund einem F\u00fcnftel ist KI bereits Bestandteil fast aller zentralen Prozesse.\u00a0Angesichts dieser Gemengelage verschiebt sich die Governance-Frage. Unternehmen m\u00fcssen nachvollziehen k\u00f6nnen, welche KI-Systeme mit ihren Informationen arbeiten und welche Zugriffsrechte dabei gelten. Schatten-KI erschwert diese Kontrolle. Werden Inhalte in nicht freigegebene Anwendungen eingegeben oder \u00fcber externe Dienste verarbeitet, k\u00f6nnen bestehende Vorgaben und Kontrollmechanismen umgangen werden. Aus einer individuellen Entscheidung f\u00fcr ein vermeintlich hilfreiches Werkzeug kann damit ein unternehmensweites Governance-Risiko entstehen.<\/p>\n<h4>Formale Regeln stellen keine Komplettl\u00f6sung f\u00fcr fehlende Umsetzung dar<\/h4>\n<p>An Aufmerksamkeit f\u00fcr das Thema mangelt es in vielen Unternehmen kaum. 58 Prozent der befragten Betriebe verf\u00fcgen bereits \u00fcber formale KI-Richtlinien, weitere 32 Prozent entwickeln sie derzeit. Die weiterhin hohe Verbreitung nicht freigegebener Anwendungen verst\u00e4rkt jedoch den Verdacht, dass Richtlinien den tats\u00e4chlichen Umgang mit KI im Arbeitsalltag nur begrenzt abbilden.<\/p>\n<p>Auch bei den organisatorischen Zust\u00e4ndigkeiten besteht Handlungsbedarf. 79 Prozent der befragten Unternehmen halten klare Governance f\u00fcr die weitere Skalierung von KI f\u00fcr wichtig oder sehr wichtig. Eine zentrale Rolle im Unternehmen f\u00fcr die KI-Steuerung haben bislang 40 Prozent der Befragten etabliert.<\/p>\n<h4>Governance wird selten als Skalierungsh\u00fcrde wahrgenommen<\/h4>\n<p>Bemerkenswert ist die Wahrnehmung der Risiken. Fehlende Governance-Strukturen betrachten lediglich 18 Prozent der befragten Unternehmen als Hindernis f\u00fcr die Skalierung von KI. Gleichzeitig nennen 42 Prozent Datenschutzverletzungen und 41 Prozent Sicherheits- beziehungsweise Cybersicherheitsrisiken als zentrale Gefahren beim KI-Einsatz. Die Auff\u00e4lligkeit liegt nun darin, dass beide Risikofelder einen klaren Governance-Bezug aufweisen, da sie unmittelbar mit dem Zugriff auf und den Umgang mit Unternehmensinformationen zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Diese Diskrepanz kann f\u00fcr Unternehmen an Bedeutung gewinnen, wenn KI in weitere Prozesse vordringt. F\u00fcr 75 Prozent der Befragten ist der Zugriff auf Unternehmensdaten wichtig f\u00fcr die Skalierung von KI. In 43 Prozent der Unternehmen verarbeitet KI bereits besonders sensible Informationen wie Kundendaten.<\/p>\n<p>Die Anforderungen an Governance steigen damit parallel zum Wert der Informationen, auf die KI zugreifen kann. Entscheidend wird die F\u00e4higkeit, Zugriffe klar zu definieren und Berechtigungen entsprechend durchzusetzen. Die Protokollierung dieser Prozesse weist bereits eine hohe Verbreitungsrate auf. 51 Prozent der Unternehmen erfassen KI-Zugriffe auf Unternehmensdaten vollst\u00e4ndig, weitere 39 Prozent zumindest teilweise.<\/p>\n<p>Die hohe Verbreitung von Schatten-KI macht zugleich deutlich, dass Transparenz \u00fcber offizielle Systeme nur einen Teil des tats\u00e4chlichen KI-Einsatzes erfassen kann. F\u00fcr Unternehmen entsteht dadurch eine operative Aufgabe. Governance muss dort greifen, wo Besch\u00e4ftigte KI einsetzen und Unternehmensinformationen verarbeiten.<\/p>\n<h4>K\u00fcnftige KI-Entwicklungen versch\u00e4rfen die Governance-Anforderungen<\/h4>\n<p>Die n\u00e4chsten Entwicklungsschritte von KI werden die bereits bestehenden Herausforderungen versch\u00e4rfen. Dies zeigt sich am Beispiel der KI-Agenten, welche eigenst\u00e4ndig auf Informationen zugreifen und Aktionen ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Durch derartige technische Entwicklungen w\u00e4chst der Umfang an Entscheidungen, die innerhalb eines Unternehmens abgesichert und nachvollziehbar sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Unternehmen wird damit entscheidend, Governance als festen Bestandteil ihrer KI-Infrastruktur zu verankern und im Arbeitsalltag wirksam umzusetzen. Schatten-KI macht bereits heute sichtbar, wie schnell formale Vorgaben und tats\u00e4chliche Nutzung auseinanderfallen k\u00f6nnen. K\u00fcnftig wird es daher darauf ankommen, Governance mit der technischen Entwicklung im Gleichschritt weiterzuentwickeln sowie Regelwerke in verl\u00e4ssliche Steuerungsstrukturen zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u201eDie entscheidende Frage ist nicht mehr nur, wie schnell Unternehmen KI einf\u00fchren. Sondern auch, ob die Grundlagen, auf denen diese KI arbeitet, genauso schnell mitwachsen\u201c, sagt Michael Pietsch, Vice President DACH und Osteuropa bei Box.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Phase der KI d\u00fcrfte also nicht an fehlender Technik scheitern, sondern daran, ob Unternehmen ihre Governance von formalen Regeln zu einer tats\u00e4chlich gelebten Steuerungs- und Kontrollstruktur weiterentwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der AI Governance Benchmark 2026 von Box und dem Handelsblatt Research Institute befasst sich mit der Nutzung und Skalierung von KI in Unternehmen sowie mit dem Stand der dazugeh\u00f6rigen Governance-Strukturen. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, wie weit KI bereits produktiv eingesetzt wird und welche Rolle Governance bei Datenzugriffen sowie beim Umgang mit Schatten-KI spielt. 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