{"id":2394,"date":"2026-10-12T14:38:26","date_gmt":"2026-10-12T12:38:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=2394"},"modified":"2026-10-12T14:38:26","modified_gmt":"2026-10-12T12:38:26","slug":"auch-in-zeiten-von-ransomware-und-ki-ohne-firewall-ist-alles-nichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2026\/10\/12\/auch-in-zeiten-von-ransomware-und-ki-ohne-firewall-ist-alles-nichts\/","title":{"rendered":"Auch in Zeiten von Ransomware und KI: Ohne Firewall ist alles nichts"},"content":{"rendered":"<p>Ich kann mich noch an gl\u00fcckliche Zeiten im Internet erinnern. Da reichte es, wenn man dem Internet innerhalb einer Firma non-routable Adressen vergab und einen Rechner mit einer einfach konfigurierten Firewall davor stellte, der die Verbindung zum Internet aufbaute. Wenn man als Administrator sich zu Hause eine Dyndns-Adresse besorgte, dann konnte man die noch als zugriffsberechtigt eintragen und von daheim aus eventuelle Probleme im Netz l\u00f6sen. Damit war aber auch schon alles f\u00fcr das Firmennetz getan.<\/p>\n<p>Heute ist das Leben komplizierter, dank Ransomware und Cyberattacken, dank Industriespionage und staatlich unterst\u00fctzten Hackerbanden. Wenn man sich also vorstellt, wie eine Firewall grunds\u00e4tzlich funktioniert, dann wird schnell klar: Sie darf nicht ein isolierter Schutz bleiben, aber ohne sie werden auch die \u00fcbrigen Schutzm\u00f6glichkeiten weniger effektiv oder gar nicht funktionieren. Eine Firewall besteht aus Hard- und Software, die den Datenfluss zwischen dem internen Netz und dem externen Netz kontrolliert und (nicht) gestattet. Alle Daten, die das Netz verlassen, werden ebenso \u00fcberpr\u00fcft wie die, die hineinwollen.<\/p>\n<p>Firewalls werden in der Regel von Unternehmen eingesetzt. Schlie\u00dflich ist es da ganz besonders wichtig, dass die Computer nicht ungesch\u00fctzt mit dem Internet verbunden sind. Mit Hilfe der Firewall m\u00fcssen die Firmen nicht jeden einzelnen Arbeitsplatzrechner absichern, sondern nur die Rechner und Server, die unmittelbar an das externe Netzwerk angeschlossen sind. Diese Rechner werden so konfiguriert, dass sie die sie passierenden Daten kontrollieren k\u00f6nnen. Die Firewall \u00fcberpr\u00fcft beispielsweise anhand der IP-Adresse des Rechners, ob ein Datenpaket, das ins Netzwerk hinein will, \u00fcberhaupt dazu berechtigt ist. Der Firewall-Administrator legt daf\u00fcr Listen mit erlaubten Sendern (Adressen) an. Nur die Daten dieser Sender d\u00fcrfen die Mauer passieren.<\/p>\n<p>Auch vermeintlich alte Konzepte haben bis heute ihre Berechtigung. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise die DMZ (Demilitarized Zone). Das ist ein vom eigentlichen Firmennetz abgetrennter Bereich, auf den einzelne Teile des Firmennetzes zugreifen d\u00fcrfen, der aber keinerlei Rechte f\u00fcr den Zugriff auf das Firmennetz hat. Ein darin laufender Webserver, der von Hackern \u00fcbernommen wurde, ist durch den Hack nicht weniger \u00e4rgerlich, aber er gef\u00e4hrdet das eigentliche Netz nicht, wenn die DMZ sauber konfiguriert wurde (und nicht im Nachhinein in Schweizer K\u00e4se verwandelt wurde).<\/p>\n<p>Was aber nicht mehr gilt: Die Rechner innerhalb des Firmennetzes k\u00f6nnen sich untereinander gef\u00e4hrden, wenn beispielsweise ein unbedachter Mitarbeiter den falschen Mail-Anhang \u00f6ffnet. Als Erste Hilfe gilt hier, dass Administratoren die betriebssystem-eigene Firewall (eine solche bringen beispielsweise Windows, MacOS oder auch linux von Haus aus mit). In anspruchsvollen Umgebungen mit sehr vielen Arbeitspl\u00e4tzen versucht man der Bedrohungen schon auf Layer 2 (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/OSI-Modell\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/OSI-Modell<\/a>) zu begegnen und die Switches so zu konfigurieren, dass die Arbeitsplatzmaschinen nicht untereinander kommunizieren k\u00f6nnen\/d\u00fcrfen.<\/p>\n<h4>Proxy-Server<\/h4>\n<p>In diesem Zusammenhang h\u00f6rt man auch oft den Begriff &#8222;Proxy-Server&#8220;, auch ein recht altes Konzept, das aus Zeiten marginaler Bandbreiten der Internetverbindungen stammte. Eigentlich ist ein Proxy-Server (z. B. f\u00fcr das WWW) ein Rechner bzw. eine Software, der\/die Internet-Seiten, die von den WWW-Nutzern h\u00e4ufig abgefragt werden, zwischenspeichert. Wenn der Surfer eine Webseite anw\u00e4hlt, pr\u00fcft der Proxy-Server, ob ihm die Daten bereits vorliegen. Ist das der Fall, bekommen der Surfer nur eine \u201eKopie\u201c, die schneller \u00fcbertragen werden kann als das \u201eOriginal\u201c. Sind die Daten jedoch noch nicht vorhanden, l\u00e4dt der Proxy-Server die entsprechende Seite, speichert sie selbst (im sogenannten Cache) und sendet sie dem Surfer.<\/p>\n<p>Im Normalfall merkt der Surfer gar nicht, von wo die Daten kommen. W\u00e4hrend normalerweise ein Proxy-Server lediglich den Zweck hat, die Zugriffe auf die abgerufenen Seiten zu beschleunigen, erf\u00fcllt er in einer Firewall-Anordnung die Aufgabe, zu kontrollieren, ob die \u00fcbertragenen Daten auch so sind, wie sie sein sollen. Es ist auch m\u00f6glich, bestimmte Teile nicht zu \u00fcbertragen. Aktive Inhalte in Web-Seiten k\u00f6nnen so beispielsweise schon in der Firewall blockiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Stephan Mayer (Idee und Textteile: BSI)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich kann mich noch an gl\u00fcckliche Zeiten im Internet erinnern. Da reichte es, wenn man dem Internet innerhalb einer Firma non-routable Adressen vergab und einen Rechner mit einer einfach konfigurierten Firewall davor stellte, der die Verbindung zum Internet aufbaute. Wenn man als Administrator sich zu Hause eine Dyndns-Adresse besorgte, dann konnte man die noch als [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,12,11],"tags":[],"class_list":["post-2394","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-networks","category-pc-software","category-security"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2394","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2394"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2394\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2395,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2394\/revisions\/2395"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}