{"id":2396,"date":"2026-10-14T12:50:40","date_gmt":"2026-10-14T10:50:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/?p=2396"},"modified":"2026-10-14T12:50:40","modified_gmt":"2026-10-14T10:50:40","slug":"reichelt-elektronik-stabilere-lieferketten-aber-kosten-und-konflikte-trueben-die-aussichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2026\/10\/14\/reichelt-elektronik-stabilere-lieferketten-aber-kosten-und-konflikte-trueben-die-aussichten\/","title":{"rendered":"Reichelt Elektronik: Stabilere Lieferketten, aber Kosten und Konflikte tr\u00fcben die Aussichten"},"content":{"rendered":"<p>Weniger Produktionsstillst\u00e4nde und ein geringerer Einfluss von Lieferengp\u00e4ssen: Deutsche Unternehmen haben sich heute besser auf volatile Lieferketten eingestellt als noch vor ein paar Jahren. Das geht aus dem j\u00e4hrlich ver\u00f6ffentlichten Lieferkettenreport von reichelt elektronik hervor, bei dem 500 Industrieunternehmen in Deutschland befragt wurden. Doch die Studie zeigt ebenfalls: Der wirtschaftliche Ausblick der Unternehmen hat sich gegen\u00fcber dem Vorjahr deutlich getr\u00fcbt.\u00a0Unternehmen sind heute besser auf Lieferunterbrechungen vorbereitet. So gibt nur noch jedes vierte Unternehmen (25%) an, einen gro\u00dfen Einfluss von Lieferkettenengp\u00e4ssen gesp\u00fcrt zu haben, 2025 waren es noch 32 Prozent. Besonders sichtbar wird dies bei den Stillst\u00e4nden: Vor drei Jahren mussten Maschinen und Abl\u00e4ufe durchschnittlich noch 31,8 Tage pausieren, 2026 sind es nur noch 20,1 Tage. Zudem blieb fast ein Viertel (24%) der Unternehmen vollst\u00e4ndig von Stillst\u00e4nden verschont. Im Vorjahr traf das nur auf 16 Prozent zu.<\/p>\n<p>Dennoch blicken Deutsche Unternehmen pessimistischer in die Zukunft. So gab die H\u00e4lfte (51%) der Befragten an, nicht damit zu rechnen, dass sich die Liefersituation in den n\u00e4chsten Monaten ver\u00e4ndern wird.\u00a0Grund f\u00fcr den Pessimismus sind die zunehmenden Konflikte mit negativem Einfluss auf den Welthandel. Am meisten Sorgen bereitet den Unternehmen der Krieg zwischen dem Iran und den USA: 60 Prozent erwarten weitere negative Auswirkungen, dicht gefolgt vom anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine mit 59 Prozent. Auch die Handelskonflikte zwischen der EU und China sehen vielen Unternehmen (58%) als zunehmend besorgniserregend.<\/p>\n<h4>Preissteigerungen und Energiepreise dominieren den Alltag<\/h4>\n<p>Trotz stabilerer Lieferketten stehen die Unternehmen zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Preissteigerungen bei kritischen Bauelementen sind f\u00fcr 78 Prozent der Befragten die gr\u00f6\u00dfte Belastung. Gegen\u00fcber den 79 Prozent vom Vorjahr ist der Wert somit unver\u00e4ndert hoch geblieben. Knapp dahinter folgen die hohen Energiepreise mit 76 Prozent, deren Wert im Vergleich zu 2025 um 9 Prozentpunkte zugenommen hat. Auch steigende Frachtkosten (68%) und Rohstoffknappheit (61%) werden vermehrt als Herausforderung gesehen.<\/p>\n<p>Das spiegelt sich auch in der Einsch\u00e4tzung wider, was Unternehmen als gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr ihr Gesch\u00e4ftsmodell sehen. An erster Stelle mit 44 Prozent stehen die hohen Standortkosten im internationalen Vergleich, zu denen Energie- und Lohnkosten sowie Mieten z\u00e4hlen. Danach werden die zu gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeit bei Importen von kritischen Bauteilen wie Halbleitern (36%), b\u00fcrokratische H\u00fcrden innerhalb der EU (35%) und Rohstoffabh\u00e4ngigkeit von China (34%) genannt.<\/p>\n<h4>Halbleiter bleiben kritisch, Netzwerktechnik r\u00fcckt in den Fokus<\/h4>\n<p>Die Lage bei der Beschaffung kritischen Bauteilen ist von Bauteil zu Bauteil unterschiedlich. Halbleiter bleiben wie letztes Jahr am meisten von Engp\u00e4ssen betroffen (46% in 2026 vs. 44% in 2025).\u00a0Entspannt hat sich die Situation wiederum bei Ersatzteilen f\u00fcr Ger\u00e4te und Maschinen. Hier sank der Anteil der Betroffenen von 39 Prozent im Vorjahr auf nun 30 Prozent. Das gleiche gilt f\u00fcr Kabel und Schl\u00e4uche, deren Wert von 27 auf 18 Prozent deutlich zur\u00fcckging. Im Gegensatz dazu scheint der Kauf von Servern, NAS-Systemen und Netzwerktechnik angespannter geworden zu sein. 19 Prozent der Unternehmen gaben an, bei der Beschaffung Probleme gehabt zu haben \u2013 das entspricht mehr als doppelt so viele wie noch 2025 (8%).<\/p>\n<p>Um ihre Lieferketten effizienter zu organisieren, setzen Unternehmen verst\u00e4rkt auf Automatisierung und KI. 63 Prozent gaben an, automatisierte Systeme zu verwenden \u2013 beispielsweise in der Bestandsverwaltung wie Wareneingang und -ausgang oder bei automatischen Nachbestellungen. 39 Prozent hingegen setzten auf Business-Intelligence-Systeme, zum Beispiel f\u00fcr smartes Supply-Chain-Planning und Forecasting, 34 Prozent auf Roboter oder fahrerlose Transportsysteme in der Logistik.<\/p>\n<p>Auch Agentic-AI-Systeme f\u00fcr automatisierte Entscheidungen werden mittlerweile bei 29 Prozent eingesetzt. Deren Einsatzm\u00f6glichkeiten sehen 43 Prozent der Unternehmen in der Bestandsoptimierung und Lagerverwaltung. Direkt dahinter mit 41 Prozent folgen die automatische Erkennung von Fehlern oder Notf\u00e4llen sowie Unterst\u00fctzung bei deren Behebung.<\/p>\n<h4>Die wirtschaftliche Entlastung bleibt aus<\/h4>\n<p>\u201eDie Ergebnisse des aktuellen Lieferkettenreports zeigen: Deutsche Unternehmen haben aus den vergangenen Jahren gelernt und ihre Lieferketten widerstandsf\u00e4higer gemacht\u201c, sagt Christian Reinwald, Head of Product Management &amp; Marketing bei reichelt elektronik.<\/p>\n<p>\u201eSteigende Kosten f\u00fcr Energie und kritische Bauelemente sowie geopolitische Konflikte verlagern jedoch den Druck von der Lieferf\u00e4higkeit auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. F\u00fcr Unternehmen ist es somit entscheidend, ihre Lieferketten nicht nur stabil, sondern auch wirtschaftlich tragf\u00e4hig und flexibel aufzustellen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weniger Produktionsstillst\u00e4nde und ein geringerer Einfluss von Lieferengp\u00e4ssen: Deutsche Unternehmen haben sich heute besser auf volatile Lieferketten eingestellt als noch vor ein paar Jahren. Das geht aus dem j\u00e4hrlich ver\u00f6ffentlichten Lieferkettenreport von reichelt elektronik hervor, bei dem 500 Industrieunternehmen in Deutschland befragt wurden. 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