{"id":271,"date":"2021-12-07T15:52:17","date_gmt":"2021-12-07T14:52:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2021\/12\/07\/de-cix-blick-in-die-glaskugel-4-trends-fuer-2022\/"},"modified":"2021-12-07T15:52:17","modified_gmt":"2021-12-07T14:52:17","slug":"de-cix-blick-in-die-glaskugel-4-trends-fuer-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2021\/12\/07\/de-cix-blick-in-die-glaskugel-4-trends-fuer-2022\/","title":{"rendered":"DE-CIX &#8211; Blick in die Glaskugel: 4 Trends f\u00fcr 2022"},"content":{"rendered":"<p>Die Pandemie l\u00e4sst uns leider immer noch nicht los und auch in diesem Winter wird vieles wieder digital stattfinden, vom Weihnachts-Shopping bis zu verschiedenen Events. Verl\u00e4ssliche und ausfallsichere Internetverbindungen mit m\u00f6glichst geringer Latenz werden dadurch f\u00fcr das Privatleben, aber vor allem f\u00fcr die gesamte Wirtschaft, immer wichtiger. Eine bedeutende Rolle kommt dabei den Internetknoten (IX) zu. Sie garantieren einen reibungslosen, sicheren und schnellen Austausch von Datenpaketen zwischen Netzwerken jeder Gr\u00f6\u00dfe; vom City Carrier bis zum Streaming-Anbieter oder Cloud Service Provider. Dr. Thomas King, CTO bei DE-CIX, hat 4 Trends identifiziert, die die vernetzte Welt, die Weiterentwicklung von Internettrends und das Interconnection-Gesch\u00e4ft 2022 pr\u00e4gen werden:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4>\u00a01. Automatisierung: Interconnection mit wenigen Klicks buchen<\/h4>\n<p>Automatisierung ist l\u00e4ngst nicht mehr nur ein Thema in der Produktion. Immer mehr Branchen entwickeln L\u00f6sungen, um Routine-Aufgaben in der IT zu automatisieren und so flexibler zu werden. Gerade in unsicheren Zeiten wie heute ist Flexibilit\u00e4t ein entscheidendes Asset. Verlagert sich beispielsweise das Gesch\u00e4ft von H\u00e4ndlern vom physischen Laden in den Onlineshop, m\u00fcssen sie schnell reagieren k\u00f6nnen, um ihre Kunden nicht mit Downtime zu verprellen. Internetknoten-Betreiber reagieren darauf und bieten die Verwaltung von Interconnection-Diensten sowohl via API als auch Self-Service Portalen an. Das hei\u00dft, die Services am Internetknoten k\u00f6nnen genauso einfach gebucht werden, wie Rechenpower bei den bekannten Cloud-Anbietern. M\u00f6glich wird dies, da gro\u00dfe Teile der Infrastruktur an einem Internet Exchange mittlerweile virtualisiert sind. Aber auch im Bereich der physischen Infrastruktur gibt es Automatisierungsans\u00e4tze. So hat der DE-CIX in Frankfurt neben einer API und einem ausgefeilten Self-Service Portal mittlerweile sogar drei Patch-Roboter im Einsatz, die Kabel vollautomatisch zu jeder Uhrzeit innerhalb von Sekunden umstecken.<\/p>\n<h4>2. Eine neue \u00c4ra des Datenaustauschs<\/h4>\n<p>Noch nie wurden mehr Daten ausgetauscht als heute. Doch es gibt auch immer noch Probleme: Geht es beispielsweise um den vertraulichen, bilateralen Austausch gro\u00dfer Datenpakete werden diese manchmal noch auf Festplatten gespeichert und physisch transportiert. In Zukunft werden im Rahmen von GAIA-X hochleistungsf\u00e4hige und vertrauliche Datenkan\u00e4le entwickelt werden, um diese Problematik zu l\u00f6sen. Der Grundgedanke hinter dem GAIA-X-Projekt ist, auf Basis dezentraler, vernetzter Infrastrukturdienste ein souver\u00e4nes europ\u00e4isches System f\u00fcr den sicheren Datenaustausch zu schaffen. Ein weiterer sicherheitsrelevanter Service, der immer mehr nachgefragt werden wird, sind Closed User Groups, die es verschiedenen Akteuren erlauben, ihre privaten Netzwerke an einem IX zu verbinden. Closed User Groups erm\u00f6glichen es Unternehmen, ihre eigene Interconnection-Umgebung zu schaffen \u2013 abseits der \u00f6ffentlichen Peering-Infrastruktur. Sie verbinden sich mit ausgew\u00e4hlten Partnern, Lieferanten und Kunden an zahlreichen Standorten, um Daten sicher und effizient auszutauschen. Die Interconnection-Plattform bietet eine direkte Verbindung zwischen den Mitgliedern der Closed User Group mit optimierten Sicherheitsvorkehrungen und verbesserter Performance. So k\u00f6nnen Gesch\u00e4ftspartner oder Zulieferer schnell, sicher und direkt die Daten austauschen, die es zur Entwicklung oder zum Betrieb komplexer digitaler Services von autonomem Fahren bis zu digitalen Gesundheitsdiensten ben\u00f6tigt.\u00a0W\u00e4hrend Cloud-L\u00f6sungen die Datenspeicherung und -handhabung erleichtern, sind Interconnection-Plattformen der Schl\u00fcssel f\u00fcr den Many-to-Many-Datenaustausch.\u00a0\u00a0<\/p>\n<h4>\u00a03. Die \u201eGlokalisierung\u201c schreitet voran<\/h4>\n<p>Verschiedene neue Technologieanwendungen wie Virtual Reality, Cloud Gaming, E-Health aber auch vernetzte, beziehungsweise autonome Autos sorgen f\u00fcr immer h\u00f6here Anforderungen an m\u00f6glichst niedrige Latenzen. Besonders bei den Mobility-Anwendungen sind \u00e4u\u00dferst geringe Latenzen von unter einer Millisekunde entscheidend. Daraus ergibt sich, da sich auch Daten nicht unendlich schnell bewegen, eine Maximalentfernung von etwa 80 Kilometern zum n\u00e4chsten Rechenzentrum. Ein zentralistischer Aufbau des Internets, wo Knoten nur in Metropolen existieren, ist diesen Entwicklungen nicht mehr gewachsen. Wir werden also erleben, dass sich das Hosting sowie die Verarbeitung von Daten immer mehr an die Edge verschiebt. Also dorthin wo die Konsumenten dieser Daten und der Datenverarbeitung auch anzutreffen sind. Das ist in gewissem Umfang auch schon jetzt der Fall: Ein amerikanischer Streaming-Anbieter wird seine neue Serie in europ\u00e4ischen Rechenzentren hosten, wenn diese dort anl\u00e4uft. Aktuell ist das aber nur in gro\u00dfen Hubs der Fall. Bereits jetzt sehen wir ein beschleunigtes Wachstum von Tier-2- und Tier-3-Internetknoten mit denen bev\u00f6lkerungsreiche Regionen abseits der bisherigen digitalen Zentren erschlossen werden, wie zum Beispiel den Ruhr-CIX. Tats\u00e4chlich ist Deutschland hier federf\u00fchrend. Diese Entwicklung wird sich aber auch global fortsetzen und Internetknoten werden zuk\u00fcnftig auf der ganzen Welt nicht nur in den etablierten digitalen Metropolen zu finden sein, sondern auch in regionalen Zentren.<\/p>\n<h4>\u00a04. Das Auto von morgen ist vernetzt<\/h4>\n<p>Eine stabile Datenverbindung wird f\u00fcr Fahrzeuge immer wichtiger. Echtzeitinformationen zur n\u00e4chsten Lades\u00e4ule k\u00f6nnen beispielsweise f\u00fcr den Aktionsradius von Elektroautos entscheidend sein. Gleichzeitig gibt es immer mehr Fortschritte beim Connected Car und autonomen Fahren, die auch mit hohem Datenbedarf und dem Bedarf von niedrigen Latenzen einhergehen. Auch im n\u00e4chsten Jahr wird sich daher ein Trend fortsetzen, den wir bereits heute sehen: Autobauer werden zu Digitalunternehmen. Sie m\u00fcssen dann die Entscheidung treffen, welche Systeme und Dienste sie an Big-Tech-Unternehmen auslagern und welche sie in Eigenregie bauen und betreiben wollen. In beiden F\u00e4llen braucht es einen ebenso schnellen wie sicheren Rahmen f\u00fcr den Datenaustausch zwischen Auto und Server sowie zwischen verschiedenen Partnern.<\/p>\n<h4>\u00a0Fazit<\/h4>\n<p>Den weiteren Verlauf der globalen Corona-Pandemie k\u00f6nnen wir nicht absehen. Aber wir k\u00f6nnen mit Blick auf die letzten zwei Jahre sagen, dass das Wachstum digitaler Dienste massiv zugenommen hat. Wo ein direkter, physischer Austausch nicht m\u00f6glich ist, treten sie an seine Stelle. Content Provider, Netzbetreiber, Internetknoten und vermehrt auch einzelne Unternehmen, die bisher nicht Teil des Tech-Sektors waren, arbeiten daran, die Infrastruktur f\u00fcr diese Dienste nicht nur f\u00fcr Menschen in den digital entwickelten Zentren, sondern auch in bisher weniger versorgten Regionen bereitzustellen. Leitbild dabei sind die Grundbed\u00fcrfnisse unserer digitalen Zeit: Flexibilit\u00e4t, Sicherheit und Geschwindigkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pandemie l\u00e4sst uns leider immer noch nicht los und auch in diesem Winter wird vieles wieder digital stattfinden, vom Weihnachts-Shopping bis zu verschiedenen Events. 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