{"id":427,"date":"2022-05-30T14:00:22","date_gmt":"2022-05-30T12:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2022\/05\/30\/vde-bski-greentec-campus-und-das-mit-boston-praesentieren-energiewende-bottom-up-und-full-speed\/"},"modified":"2022-05-30T14:00:22","modified_gmt":"2022-05-30T12:00:22","slug":"vde-bski-greentec-campus-und-das-mit-boston-praesentieren-energiewende-bottom-up-und-full-speed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2022\/05\/30\/vde-bski-greentec-campus-und-das-mit-boston-praesentieren-energiewende-bottom-up-und-full-speed\/","title":{"rendered":"VDE, BSKI, GreenTEC Campus und das MIT Boston pr\u00e4sentieren Energiewende Bottom-up und Full Speed"},"content":{"rendered":"<p>Um sich aus der Abh\u00e4ngigkeit von Russland und Asien bei der Energieversorgung zu l\u00f6sen, muss die Energiewende jetzt \u201ebottom-up\u201c und \u201eat full speed\u201c vollzogen werden. Dass kurzfristig eine beschleunigte Selbstversorgung mit Erneuerbaren Energien (EE) sowohl im Kilowatt- als auch im Megawattbereich m\u00f6glich ist, zeigten die Technologieorganisation VDE, der GreenTEC Campus, der Bundesverband f\u00fcr Kritische Infrastrukturen (BSKI) sowie das Massachusetts Institute of Technology (MIT) heute bei der Pressekonferenz anl\u00e4sslich der Hannover Messe. Hierzu m\u00fcssen Industrie, St\u00e4dte und Kommunen ihre bestehenden Fl\u00e4chen besser nutzen und f\u00fcr Erneuerbare Energien zur Verf\u00fcgung stellen. Der Genehmigungsprozess sowie der Netz- und Speicherausbau m\u00fcssen beschleunigt und Wasserstoff muss kosteng\u00fcnstig hergestellt werden. \u201eDie Willigen m\u00fcssen wir durch Endb\u00fcrokratisierung unterst\u00fctzen und Genehmigungsprozesse verschlanken und beschleunigen. Wenn wir an einem Strang ziehen, sind wir in der Lage, uns komplett autark mit Erneuerbaren Energien zu versorgen und das kurzfristig\u201c, waren sich VDE, GreenTEC Campus und BSKI einig. Um Lieferketten zu stabilisieren und Technologie-Know-how und -Transfer auszubauen, m\u00fcssten Europa und die USA hierf\u00fcr enger zusammenr\u00fccken und ihre St\u00e4rken ausspielen, erg\u00e4nzte das MIT<\/p>\n<p> Die komplette Eigenversorgung in Deutschland ist in den n\u00e4chsten Jahren m\u00f6glich. Allerdings muss verst\u00e4rkt in eine dem Markt und den Rahmenbedingungen angepasste Exzellenzforschung, unter anderem bei der Speicherkapazit\u00e4t und der Anpassung der Netze, investiert und die europ\u00e4ische EE-Industrie gest\u00e4rkt werden. Die f\u00fcr die Energiewende dringend ben\u00f6tigten Investoren gibt es. \u201eWir m\u00fcssen sie nur jetzt mit den entscheidenden Unternehmen sowie Start-ups in Kontakt bringen. Der VDE als neutrale technisch-wissenschaftliche Organisation bietet hier die Plattform zur Vernetzung\u201c, sagte Burkhard Holder, VDE Renewables. Er sei mit Familienstiftungen bereits in Kontakt. Die gr\u00f6\u00dfere Herausforderung sei allerdings, die Fachkr\u00e4fte zu rekrutieren.<br \/> \u00a0<\/p>\n<p>Jedes Dach nutzen<\/p>\n<p>Um unseren gesamten Energiebedarf aus EE zu decken, ist ein massiver Ausbau der PV-Leistung notwendig, neben einer Reihe weiterer Ma\u00dfnahmen. In den letzten Jahren wurden nur maximal 5 GWp pro Jahr installiert. Um aufzuholen ist gerade im PV-Bereich ein Bottom-up Ansatz notwendig. Ein riesiges, ungenutztes Potential bieten Industrie, St\u00e4dte und Kommunen. Sie m\u00fcssen ihre bestehenden Fl\u00e4chen \u2013 auf Industrie- und Handelsd\u00e4chern, \u00fcber Parkplatzfl\u00e4chen, an Autobahnen oder auch Tagebauseen \u2013 besser nutzen und f\u00fcr PV-Anlagen zur Verf\u00fcgung stellen. \u201eViele Industrie- und Handelsunternehmen haben den Vorteil bereits erkannt. \u201eEs ist Zeit, dass Erneuerbare Energien auch fl\u00e4chendeckend in Deutschland eingesetzt werden\u201c, mahnt Holder und f\u00fcgt hinzu: \u201eUnd um mit einem M\u00e4rchen aufzur\u00e4umen: Volatiler Solarstrom gef\u00e4hrdet nicht die Versorgungssicherheit. Diese konnte mit dem Ausbau der Photovoltaik sogar verbessert werden. Von ehemals etwa 30 Minuten St\u00f6rungsdauer pro Jahr, sind wir heute bei rund zehn Minuten.\u201c<\/p>\n<p>Produktionskapazit\u00e4ten in Europa ausbauen<\/p>\n<p>Der Ausbau mit Photovoltaik muss schnell voranschreiten \u2013 und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Dies bedeutet insbesondere f\u00fcr Europa, dass die Lieferketten entlang der Photovoltaikproduktion gesichert werden m\u00fcssen. Derzeit besteht eine gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeit von Lieferungen aus dem asiatischen Raum. Wie sch\u00e4dlich solche Abh\u00e4ngigkeiten sind, zeigen die Gaslieferungen aus Russland. Daher gilt es die industrielle Fertigung in Europa wieder zu st\u00e4rken. Aufgrund der hervorragenden Forschungsinfrastruktur, einem modernen Maschinenbau und dem wachsenden Heimatmarkt ist Europa und speziell Deutschland in einer guten Position. Politische Unterst\u00fctzung z.B. durch Important Projects of Common European Interest \u2013 IPCEI, analog zum Aufbau der Batteriefertigung, sind Ma\u00dfnahmen, um die industrielle PV-Produktion in Deutschland und Europa zu beschleunigen und damit die langfristige Energiesouver\u00e4nit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Windkraft zum Verbraucher f\u00fchren<\/p>\n<p>F\u00fcr die Versorgungssicherheit unabdingbar ist die Windkraft. Und f\u00fcr diese wiederum angepasste Netze und Speicherinfrastruktur. Allein in Schleswig-Holstein gibt es seit Jahren erhebliche Potenziale in der Windstromerzeugung, die durch Abregelung der Anlagen und noch nicht vorhandener, angepasster Netze und Speicherinfrastruktur ungenutzt sind. \u201eDer Stromverbrauch in Schleswig-Holstein wird nicht real zeitgleich, aber immerhin rein rechnerisch zu rund 160 Prozent durch Windkraft gedeckt\u201c, rechnete Marten Jensen, GreenTEC Campus, vor. \u201eAllerdings mussten die Windparks zum Teil tagelang abgeschaltet werden, nur weil die Netze nicht ausreichen und Speicher fehlen. Gleichzeitig haben wir eine katastrophale regenerative Unterversorgung in den Sektoren W\u00e4rme und Verkehr\u201c, machte sich Jensen Luft. Er sieht die Zeit gekommen f\u00fcr einen Neuanfang. \u201eWir zeigen t\u00e4glich auf unserem Campus, wie der \u00dcberschuss-Strom auf die Sektoren Verkehr und W\u00e4rme sowie den neuen Sektor Rechenzentren \u00fcberf\u00fchrt werden kann. Wenn alle Erzeuger effizient zusammengeschaltet werden, k\u00f6nnen wir Stromschwankungen intelligent ausgleichen.\u201c Hier ist ein richtiger Mix aus gro\u00dfen und kleinen Windkraftanlagen sowie dezentralen und lokalen Erzeugern notwendig. Was k\u00f6nnen wir zus\u00e4tzlich aus der Krise lernen \u2013 Handlungsdruck, f\u00fcr beschleunigte und kombinierte Energie- und Mobilit\u00e4tswende hin zu einer Symbiose beider Bereiche. Jensens Vision ist, dass die Elektromobilit\u00e4t als Notstromaggregat mobil verf\u00fcgbar ist: \u201eMan muss sich bewusst machen, dass heute mit den 620.000 zugelassenen Fahrzeugen in Deutschland, bei einer durchschnittlichen Batteriekapazit\u00e4t von 55kWh, bereits 34.000 MWh an mobiler Energie unterwegs sind.&#8220;<\/p>\n<p>Wasserstoff als Schl\u00fcsseltechnik<\/p>\n<p>Wasserstoff ist eines der Schl\u00fcsselelemente in der Energiewende. Damit sich Wasserstoff als Energietr\u00e4ger fl\u00e4chendeckend durchsetzen kann, gilt es, ihn zu marktwirtschaftlichen Preisen, in ausreichender Menge und klimaneutral herzustellen. Schwerpunkt ist dabei die Elektrolyse. Der so gewonnene gr\u00fcne Wasserstoff ist saisonal zu speichern und zu den Verbrauchern zu bringen. Die Verbraucher gibt es in allen Sektoren, egal ob R\u00fcckverstromung ins Netz, Brennstoffzellenmobilit\u00e4t oder im W\u00e4rmesektor \u2013 die zeitliche und \u00f6rtliche Entkopplung der Produktion in EE-Anlagen von der Nutzung beim Verbraucher ist einer der gr\u00f6\u00dften Vorteile. Daf\u00fcr sind kosteng\u00fcnstige, sichere Wasserstoffspeicher und Transportsysteme genauso erforderlich wie Brennstoffzellen und neue Prozesse in den energieintensiven Industrien. F\u00fcr den Import des Wasserstoffs und dessen Verteilung m\u00fcssen bereits jetzt Hydrogen-Terminals geplant werden. Obwohl Deutschland dabei gut aufgestellt ist, gilt es jetzt, die bereitgestellte Technologie im gesamten Energiemarkt zu etablieren, auch \u00fcber die Anschubfinanzierung hinaus. Hierzu entwickelt der VDE ma\u00dfgeschneiderte L\u00f6sungen f\u00fcr die Finanz- und Versicherungswirtschaft und deren Kunden.<br \/> \u00a0<\/p>\n<p>Zur\u00fcck auf Start<br \/> Corona und der Krieg in der Ukraine haben dem Westen die Auswirkung einer enormen Abh\u00e4ngigkeit von instabilen Lieferketten und nicht disruptionsfesten Quellen vor Augen gef\u00fchrt. Der Westen ist aus dem Dornr\u00f6schenschlaf aufgewacht. Die Anzahl von<br \/> Produktionsst\u00e4tten f\u00fcr EE oder Mikrochips ist massiv gestiegen. Unternehmen wie beispielsweise Meyer Burger im PV-Bereich, Bosch in den Bereichen Mikroelektronik und Wasserstoff zeigen, dass Europa zur\u00fcckkehrt. \u201eEs geht nicht um De-Globalisierung. Es geht darum, dass Deutschland\/Europa durch politische, gesellschaftliche und technologische Souver\u00e4nit\u00e4t im Spannungsdreieck Digitalisierung-Dekarbonisierung-Souver\u00e4nisierung wieder international auf Augenh\u00f6he ist. Damit wir unsere Rolle als Vermittler und Gestalter zwischen den beiden Weltm\u00e4chten USA und China wahrnehmen k\u00f6nnen, kommen wir nun endlich aus unserem Pantoffelkino mit Cola in der linken Hand und Popcorn in der rechten heraus\u201c, zog Ansgar Hinz, CEO der VDE Gruppe, das Schlusswort. Vizekanzler und Wirtschaftsminister, Robert Habeck, erg\u00e4nzte in seiner Botschaft an VDE, GreenTEC Campus, BSKI und MIT: \u201eEine beschleunigte Energiewende ist das A und O f\u00fcr eine g\u00fcnstige, unabh\u00e4ngige und sichere Energieversorgung. Die Digitalisierung bietet die Grundlage mit den daf\u00fcr notwendigen Technologien all dies zu vernetzen. Dies f\u00fchrt dann auch zu einer Souver\u00e4nisierung und Disruptionsfestigkeit in Deutschland, Europa und der Welt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um sich aus der Abh\u00e4ngigkeit von Russland und Asien bei der Energieversorgung zu l\u00f6sen, muss die Energiewende jetzt \u201ebottom-up\u201c und \u201eat full speed\u201c vollzogen werden. Dass kurzfristig eine beschleunigte Selbstversorgung mit Erneuerbaren Energien (EE) sowohl im Kilowatt- als auch im Megawattbereich m\u00f6glich ist, zeigten die Technologieorganisation VDE, der GreenTEC Campus, der Bundesverband f\u00fcr Kritische Infrastrukturen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-427","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-networks"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=427"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}