{"id":48,"date":"2021-04-30T16:38:24","date_gmt":"2021-04-30T14:38:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2021\/04\/30\/vde-praesentiert-studie-antriebsportfolio-der-zukunft\/"},"modified":"2021-04-30T16:38:24","modified_gmt":"2021-04-30T14:38:24","slug":"vde-praesentiert-studie-antriebsportfolio-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2021\/04\/30\/vde-praesentiert-studie-antriebsportfolio-der-zukunft\/","title":{"rendered":"VDE pr\u00e4sentiert Studie &#8222;Antriebsportfolio der Zukunft&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>In einer virtuellen Pressekonferenz stellte die Technikorganisation VDE heute ihre neue Mobility-Studie \u201eAntriebsportfolio der Zukunft\u201c vor. Anlass f\u00fcr die Studie waren folgende zentrale Fragestellungen: Haben Politik und Wirtschaft \u00e4hnliche Einsch\u00e4tzungen und Erwartungen an das Antriebsportfolio der Zukunft? Und wie kann es gelingen, auch die Bev\u00f6lkerung mitzunehmen und Deutschlands Vorreiterposition im internationalen Wettbewerb zu behaupten? Der VDE hat dazu die Einsch\u00e4tzungen und Erwartungen von acht Meinungsf\u00fchrenden aus der Politik (u.a. Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr Verkehr und Digitale Infrastruktur des Deutschen Bundestags) und 19 Meinungsf\u00fchrenden aus der Wirtschaft (u.a. Top-Management von OEMs, Zulieferern und Energieversorgern) eingeholt. Die Ergebnisse liegen nun in Form eines ersten Meinungsf\u00fchrer\/-innen-Reports vor. Die Hauptbotschaft: Nur mit einem intelligenten Mix aus allen verf\u00fcgbaren klimaneutralen Antriebstechniken Batterie, Brennstoffzelle und E-Fuels kann das ambitionierte Klimaziel der EU \u201eZero Emission\u201c erf\u00fcllt werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4>Die Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung im Blick behalten<\/h4>\n<p>Das Antriebsportfolio 2030+ muss ausgewogen sowie \u00f6kologisch sein und sich an den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung ausrichten. \u201eNur dann ist die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Transformation der Mobilit\u00e4t im Rahmen des klimapolitischen Zielkorridors m\u00f6glich. Zuk\u00fcnftige Mobilit\u00e4t muss lokal emissionsfrei, komfortabel und bezahlbar sein. Dazu geh\u00f6ren klimafreundliche L\u00f6sungen f\u00fcr den Individualverkehr wie f\u00fcr den Personennahverkehr und G\u00fctertransport\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Ralf Petri, Leiter des Gesch\u00e4ftsbereichs Mobility im VDE. Die Befragten aus Politik und Wirtschaft sprechen sich dabei in den n\u00e4chsten Jahren f\u00fcr den Einsatz der jeweiligen Antriebstechniken hinsichtlich ihrer spezifischen St\u00e4rken aus. Als Fazit der VDE Studie legen sie sich auf folgendes Antriebsportfolio 2030+ f\u00fcr den Anwendungsfall Stra\u00dfenverkehr fest: batterieelektrischer Antrieb im PKW, Batterie- und Brennstoffzellen-Antrieb im gewerblichen G\u00fcter- und Schwerlastverkehr (je nach Anwendungsfall) und E-Fuels als Nischen- bzw. Br\u00fcckenantriebstechnik f\u00fcr Bestandsfahrzeuge und Sondernutzungen wie Motorsport und Oldtimer. Grundlage f\u00fcr die Transformation ist ein konstruktiver und kontinuierlicher Dialog zwischen Politik und Wirtschaft, wobei auch die Bev\u00f6lkerung abgeholt und aktiv eingebunden werden muss.<\/p>\n<h4>Fokus auf Batterien<\/h4>\n<p>Vor allem im PKW ist der batterieelektrische Antrieb die beste Alternative zum Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Zum einen ist die lokal CO2-neutrale Antriebstechnik am weitesten verbreitet und eine grundlegende Stromnetz-Infrastruktur fl\u00e4chendeckend vorhanden. Eine weitere wesentliche St\u00e4rke liegt in der Effizienz, da sie im Vergleich zu den untersuchten Antriebstechniken am wenigsten Prim\u00e4renergie ben\u00f6tigt. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung liegt im Auf- und Ausbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur. Mit steigender Anzahl von E-Fahrzeugen erwarten die Expertinnen und Experten zuk\u00fcnftig Kapazit\u00e4tsengp\u00e4sse, f\u00fcr die L\u00f6sungen in Form von Netzausbau und intelligentem Lastmanagement geschaffen werden m\u00fcssen. Vor allem die Anzahl und Verteilung der Ladepunkte im \u00f6ffentlichen und privaten Raum muss z\u00fcgig nutzerorientiert ausgebaut werden. \u201eF\u00fcr eine breite Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung muss eine hohe Reichweite sichergestellt sein. Zus\u00e4tzlich braucht es ein nutzerorientiertes Angebot von Ladepunkten. In jedem Fall m\u00fcssen hier schnell Ma\u00dfnahmen umgesetzt werden\u201c, so Petri. Die Befragten rechnen mit gro\u00dfen Technikspr\u00fcngen und einer deutlichen Steigerung der Energiedichte bei gleichzeitiger Senkung der Batteriekosten in den n\u00e4chsten Jahren, wodurch der batterieelektrische Antrieb auch k\u00fcnftig die effizienteste und vorherrschende Antriebstechnik\u00a0im PKW sein wird.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur Batterie erwarten die Experten bei der Brennstoffzelle f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre kaum gro\u00dfe Technikspr\u00fcnge. Auch der gr\u00f6\u00dfte Nachteil \u2013 ein hoher Prim\u00e4renergiebedarf und damit geringer Wirkungsgrad \u2013 wird sich nicht wesentlich ver\u00e4ndern lassen. F\u00fcr den individuellen Personenverkehr wird die Brennstoffzelle deshalb in naher Zukunft nur einen kleinen Anteil am Antriebsportfolio ausmachen. Ganz anders im Schwerlast- und Langstreckeng\u00fcterverkehr sowie in den Bereichen Schienenverkehr, Schiff- und Luftfahrt. Hier spielt die Brennstoffzelle ihre St\u00e4rken aus: hohe Energiedichte \u00fcber weite Strecken. Der Schwerlastverkehr verursacht heute rund ein Drittel der CO2-Emissionen des gesamten Verkehrssektors. Aus diesem Grund ist die Brennstoffzelle ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu lokaler, CO2-neutraler Mobilit\u00e4t in diesen Anwendungsf\u00e4llen. Wesentlich ist dabei, dass es sich um \u201egr\u00fcnen\u201c Wasserstoff handelt, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde. Auch hier ergeben sich wesentliche Herausforderungen in Bezug auf den Infrastrukturausbau. Inwiefern das bestehende Erdgasnetz f\u00fcr die Verteilung von Wasserstoff genutzt werden kann, ist ebenso wenig abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt wie die M\u00f6glichkeit, gr\u00fcnen Wasserstoff aus geeigneten Regionen zu importieren und so geopolitische Abh\u00e4ngigkeiten zu diversifizieren.<\/p>\n<p>Unter E-Fuels versteht man strombasierte Kraftstoffe, die auf Basis erneuerbarer Energien gewonnen werden und somit lokal emissionsfrei sind (\u201ePower-to-Fuel\u201c). Neben solaren Kraftstoffen k\u00f6nnen sie aus Ammoniak, Methan oder mittels Elektrolyse aus gr\u00fcnem Wasserstoff gewonnen werden. Ihr gro\u00dfer Vorteil besteht darin, dass das Handling der E-Fuels sehr einfach ist, da sie in der bestehenden Infrastruktur von Pipelines, Transportwagen, Tankstellen, Zapfs\u00e4ulen und herk\u00f6mmlichen Verbrennungsmotoren unkompliziert eingespeist und genutzt werden k\u00f6nnen. Allerdings ben\u00f6tigt die Erzeugung dieser E-Fuels im Durchschnitt die sechs- bis achtfache Menge an Prim\u00e4renergie verglichen mit dem batterieelektrischen Antrieb. Entsprechend hoch sind auch die zu erwartenden Preise f\u00fcr E-Fuels. \u201eEs ist denkbar, dass E-Fuels f\u00fcr einen Nischenmarkt von Bestandsfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren relevant bleiben \u2013 und zwar dort, wo auch eine hohe Zahlungsbereitschaft vorhanden ist, beispielsweise aus Liebhaberzwecken, um Oldtimer oder Motorsportwagen zu fahren,\u201c erg\u00e4nzt Petri. Ebenso sind Anwendungsf\u00e4lle in der Luftfahrtindustrie in unterschiedlichen Entwicklungsstufen in der Erprobung.<\/p>\n<h4>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung: Synchronisierung der Ma\u00dfnahmen von Politik und Wirtschaft<\/h4>\n<p>Um die klimapolitischen Ziele zu erreichen, braucht es einen kontinuierlichen und konstruktiven Dialog zwischen Politik und Wirtschaft, um den Ausbau einer bedarfsgerechten Lade- und Verteilinfrastruktur auf Seiten der Politik sowie die Ausweitung der Fahrzeug-Modellpalette auf Seiten der Wirtschaft zu synchronisieren. \u201eUnsere Ziele erreichen wir nur, wenn sich alle Akteure zusammensetzen und gemeinschaftlich die Transformation der Mobilit\u00e4t angehen,\u201c fasst Petri zusammen. Unter den Meinungsf\u00fchrenden aus Politik und Wirtschaft herrscht Konsens: Zero 2050 ist das Ziel. Im Umkehrschluss bedeutet das ein Umkrempeln der gesamten Wirtschaft sowie ein Umdenken in der Bev\u00f6lkerung. \u201eMobilit\u00e4t und Antriebe der Zukunft brauchen ein lokales, CO2-neutrales Antriebsportfolio, das auf einem intelligenten Mix aller verf\u00fcgbaren klimaneutralen Antriebstechniken basiert. Die einspurige Fokussierung auf eine innovative Antriebsart w\u00e4re genauso eine Sackgasse, wie ein separates Vorgehen einzelner Akteure oder das Ausblenden von Nutzeransichten und -verhalten. F\u00fcr die Umsetzung der im Energiekonzept vorgesehenen Reduktion des Energieverbrauchs um rund 40 Prozent im Verkehrssektor bis 2050 braucht es daher neben einem innovativen Antriebsportfolio auch ein einheitliches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die gemeinsame Umsetzung. Das bringen wir nur auf den Weg, wenn alle Zahnr\u00e4der reibungslos ineinandergreifen. Angefangen mit der Produktion der Energietr\u00e4ger \u00fcber die Fertigung der Fahrzeuge bis hin zur Entwicklung einer zukunftsf\u00e4higen Infrastruktur und eines neuen Mobilit\u00e4tsbewusstseins in der Bev\u00f6lkerung \u201c, erkl\u00e4rt Dr. Ralf Petri, Leiter des Gesch\u00e4ftsbereichs Mobility im VDE, die Quintessenz, aber auch die Krux der Herausforderung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer virtuellen Pressekonferenz stellte die Technikorganisation VDE heute ihre neue Mobility-Studie \u201eAntriebsportfolio der Zukunft\u201c vor. Anlass f\u00fcr die Studie waren folgende zentrale Fragestellungen: Haben Politik und Wirtschaft \u00e4hnliche Einsch\u00e4tzungen und Erwartungen an das Antriebsportfolio der Zukunft? Und wie kann es gelingen, auch die Bev\u00f6lkerung mitzunehmen und Deutschlands Vorreiterposition im internationalen Wettbewerb zu behaupten? 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