{"id":669,"date":"2023-09-05T16:37:30","date_gmt":"2023-09-05T14:37:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2023\/09\/05\/das-erste-mobilfunknetz-auf-dem-mond-ein-blick-hinter-die-kulissen\/"},"modified":"2023-09-05T16:37:30","modified_gmt":"2023-09-05T14:37:30","slug":"das-erste-mobilfunknetz-auf-dem-mond-ein-blick-hinter-die-kulissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lan-wan-telecom.de\/index.php\/2023\/09\/05\/das-erste-mobilfunknetz-auf-dem-mond-ein-blick-hinter-die-kulissen\/","title":{"rendered":"Das erste Mobilfunknetz auf dem Mond: Ein Blick hinter die Kulissen"},"content":{"rendered":"<p>Mondmissionen sind aktuell wieder in aller Munde. Viele Beobachter sehen sie allerdings vor allem im geopolitischen Kontext, als Wettstreit rivalisierender Gro\u00dfm\u00e4chte. Was in der Debatte dabei in den Hintergrund ger\u00e4t, sind die technologischen H\u00f6chstleistungen und ehrgeizigen Forschungsziele, f\u00fcr die viele Akteure unternehmens\u00fcbergreifend und \u00fcber Jahre hinweg eng kooperieren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nokia zum Beispiel engagiert sich gemeinsam mit Partnern in der so genannten \u201eTipping-Point\u201c-Initiative der NASA. Diese Initiative evaluiert industrielle Raumfahrttechnologien, die die kommerzielle Raumfahrt und zuk\u00fcnftige NASA-Missionen unterst\u00fctzen sollen. Im Rahmen der unbemannten Mondmission IM-2, die aktuell f\u00fcr ein dreimonatiges Zeitfenster ab November 2023 geplant ist und am S\u00fcdpol des Mondes landen soll, arbeitet Nokia beispielsweise mit den Firmen Intuitive Machines und Lunar Outpost zusammen.<\/p>\n<h4>Stromsparende LTE-Mikrofunkzelle f\u00fcr Mobilfunk in einer extremen Umwelt<\/h4>\n<p>F\u00fcr die Mission hat Nokia Bell Labs eine energieeffiziente, kompakte und weltraumtaugliche Version seiner 4G\/LTE-Mikrofunkzelle entwickelt. Sie ist speziell f\u00fcr die Reise zum Mond und die extremen Temperatur-, Strahlungs- und Umweltbedingungen auf der Mondoberfl\u00e4che ausgelegt. Die IM-2-Mission startet vom Kennedy Space Center der NASA in Cape Canaveral. Eine SpaceX-Falcon-9-Rakete wird den Nova-C Lander auf eine direkte Flugbahn zum Mond bringen. Nach einer f\u00fcnft\u00e4gigen Reise wird der Nova-C Lander den Mond mehrmals umkreisen. Dann z\u00fcndet der Lander erneut seine Triebwerke, um kontrolliert auf der Mondoberfl\u00e4che zu landen. Ziel ist der Shackleton Connecting Ridge am S\u00fcdpol des Mondes.<\/p>\n<p>Das 4G\/LTE-Netz auf dem Mond wird aus zwei Hauptkomponenten bestehen. Die erste ist die Basisstation, die in das Raumfahrzeug Nova-C Lander integriert wird und als Mobilfunkstandort f\u00fcr das Netz auf dem Mond dient. Die zweite Komponente ist die Funkausr\u00fcstung, die auf zwei Mondfahrzeugen installiert wird: der Mobile Autonomous Prospecting Platform (MAPP), einem Rover von Lunar Outpost, und dem Lander Micro-Nova von Intuitive Machines. Zusammen bilden diese Funkkomponenten ein Netz, \u00fcber das die Fahrzeuge und der Nova-C Lander miteinander kommunizieren k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus wird es eine leistungsstarke Funkverbindung direkt zur Erde geben, um Daten und Bilder zu \u00fcbertragen und die Fernsteuerung der Fahrzeuge \u00fcber das Mobilfunknetz zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Die w\u00e4hrend der IM-2-Mission gesammelten Daten werden uns zun\u00e4chst viele Erkenntnisse \u00fcber eine Schl\u00fcsselregion des Mondes liefern und den Weg f\u00fcr zuk\u00fcnftige bemannte Artemis-Missionen ebnen. Nokia will beweisen, dass Mobilfunktechnologien die notwendige Konnektivit\u00e4t f\u00fcr k\u00fcnftige bemannte und unbemannte Missionen zu Mond und Mars bieten k\u00f6nnen. Astronautinnen und Astronauten werden dann Zugang zu Sprach-, Video- und Datenkommunikation sowie zu tele- und biometrischen Daten haben. F\u00fcr ihre Forschung m\u00fcssen sie auf riesige Sensornetzwerke zugreifen, wissenschaftliche Experimente durchf\u00fchren und Roboter und andere Maschinen fernsteuern k\u00f6nnen. All diese Anwendungen erfordern ein robustes Netz. Und wer wei\u00df: Vielleicht werden die ersten Bilder von Eis auf dem Mond schon bald \u00fcber das Nokia-Netz zur Erde \u00fcbertragen?<\/p>\n<h4>Warum sich Unternehmen wie Nokia engagieren<\/h4>\n<p>Mit der Tipping-Point-Initiative l\u00e4utet die NASA eine \u00c4ra \u00f6ffentlich-privater Partnerschaften ein, um die Entwicklung von Raumfahrttechnologien voranzutreiben. Die dabei entstehenden Technologien k\u00f6nnten bei den bemannten Artemis-Missionen zum Einsatz kommen, die eine dauerhafte Pr\u00e4senz auf dem Mond als Vorbereitung f\u00fcr k\u00fcnftige bemannte Expeditionen zum Mars erm\u00f6glichen sollen. So k\u00f6nnen Nokia und andere Unternehmen auch an der k\u00fcnftigen Weltraumwirtschaft teilhaben.\u00a0<\/p>\n<p>So wie Kommunikation und Netze ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft auf der Erde sind, werden sie es auch auf dem Mond und perspektivisch auf dem Mars sein. Mobilfunknetze werden Sensoren, Transportfahrzeuge, Experimente, Forschungsdrohnen und Rover miteinander verbinden. Mobilfunknetze k\u00f6nnen au\u00dferdem zur Fernsteuerung \u00fcberlebenswichtiger Maschinen wie Bergbau- und Baumaschinen eingesetzt werden. Und Netze werden Ger\u00e4te wie Tablets, Laptops und Wearables miteinander verbinden. Eines Tages k\u00f6nnten Astronaut:innen sogar ihre Smartphones mit in den Weltraum nehmen und sie theoretisch genauso nutzen wie auf der Erde.\u00a0<\/p>\n<p>Manche Erkenntnisse werden wir auch direkt f\u00fcr die Erde nutzen k\u00f6nnen: Denn die Mondoberfl\u00e4che ist eine unwirtliche Umgebung: keine Atmosph\u00e4re, kein Schutz vor kosmischer Strahlung und Temperaturen, die um bis zu 300 Grad Celsius schwanken k\u00f6nnen. Wer hier ein funktionierendes Netz aufbauen kann, kann auch ein Netz aufbauen, das in den extremsten Umgebungen auf der Erde funktioniert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mondmissionen sind aktuell wieder in aller Munde. Viele Beobachter sehen sie allerdings vor allem im geopolitischen Kontext, als Wettstreit rivalisierender Gro\u00dfm\u00e4chte. 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