Die neue Programmversion von Serifs Grafiksuite Affinity – 2.60 – bringt KI-Funktionen mit, die geeignet sind, das Arbeiten mit den Programmen schneller und effektiver zu gestalten. So kann man in der Bildbearbeitung Affinity Photo beispielsweise mittels KI ein Objekt automatisch markieren, das auf einem Hintergrund mit ähnlichen Farben steht.

Mit nur wenigen Handgriffen sind das Objekt oder der Hintergrund ausgewählt und lassen sich beliebig weiterverarbeiten. In diesem Fall kann man das Fahrzeug vom Hintergrund lösen und auf einem anderen Hintergrund platzieren. Dank der KI-Funktionen ist dieses Freistellen auch für Personen möglich, allerdings je nach vorhandener Rechenleistung mit durchaus nennenswerter Wartezeit; angesichts der zu erwartenden Ergebnisse lohnt sich das Kaffeeholen aber: Bis auf besonders feine Strukturen wie im Wind wehende Haare „erwischt“ die KI beliebige Objekte sehr feinfühlig und macht nur recht wenige echte Fehler. Bei einem zeitgemäßen Grafik-PC mit moderner CPU (ab Intel i5/i7 der 12. Generation oder entsprechenden AMD-CPUs) ist der Zeitaufwand weniger groß.
Im Affinity Designer wiederum sind es keine KI-Funktionen, die das Update lohnen erscheinen lassen, vielmehr sind’s kleine Detailverbesserungen, wie das automatische Zuweisen einer vorhandenen Farbe an Objekte: Ein Klick mit der Pipette auf eine Fläche mit der zuzuweisenden Farbe und schon hat das Zielobjekt die gewünschte Farbe. Außerdem kann man Objekte mit sehr vielen Knotenpunkte (z.B. Freihandzeichnungen) mit einer Automatikfunktion vereinfachen und hat dann erheblich weniger Bearbeitungsknoten.
Insgesamt ist die Affinity Grafiksuite mit diesem Update runder, griffiger und bedienbarer geworden. Jetzt fehlt den Einzelprogrammen nur noch eine Integration ineinander, die es gestattet je nach Aufgabe die Arbeiten an unterschiedlichen Objekten im jeweils dafür geeigneten Programm auszuführen, ohne dafür die jeweilige Hauptanwendung verlassen zu müssen – also beispielsweise eine Bitmap im Layoutprogramm Publisher zu bearbeiten, das dafür im Hintergrund Affinity Photo läd und nach der Bearbeitung die neuen Objektwerte an Affinity Publisher zurückgibt. Zugegeben: Das ist Meckern auf hohem Niveau, allerdings drängen sich solche Wünsche angesichts der großen Stärke der Einzelanwendungen auf.
Stephan Mayer
