Streusalz-Knappheit: Fraunhofer arbeitet an digitaler Lösung für Winterdienste mit

Der Winter stellt Kommunen und Straßenbetriebe in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen: Streusalz ist vielerorts knapp und teuer geworden. Lieferengpässe, gestiegene Energiekosten und eine hohe Nachfrage haben die Vorräte stark belastet. Gleichzeitig muss die Verkehrssicherheit auf Straßen, Radwegen und Gehwegen weiterhin gewährleistet werden. Genau an diesem Punkt setzt ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts in Lemgo an.

In einem vom Land NRW und der EU geförderten Forschungsprojekt arbeiten Fraunhofer, Okeanos Smart Data Solutions GmbH und das Institut für Abfall, Abwasser, Site und Facility Management e.V. mit dem ASP Paderborn, dem Eigenbetrieb Straßen des Kreises Lippe und dem Deutschen Wetterdienst (DWD) daran, den Winterdienst künftig noch gezielter, präziser und nachhaltiger zu gestalten. Ein Messnetzwerk im Projekt „NachWinD“ aus präzisen Sensoren liefert ein fein abgestimmtes Bild der lokalen Straßenverhältnisse, stationär an Messvorrichtungen an der Straße oder mit einer Sensorvorrichtung, die direkt auf einem Räumfahrzeug montiert ist. Darüber hinaus ist vorhandenes Wissen und Erfahrung gefragt:

Die Einsatzleitungen und Mitarbeitende im Winterdienst haben über Jahrzehnte Erfahrungen im Winterdienst gesammelt und sind die Expert:innen für ihre Streubereiche. „All diese Erfahrungen sind wichtig, und es ist enorm notwendig, diese zu speichern und aufzuarbeiten, denn so bleibt das Wissen auch in der Zukunft zugänglich“, erklärt Projektleiterin Kornelia Schuba vom Fraunhofer-Institut Lemgo.

Ziel ist es daher, unter anderem eine Wissensdatenbank zu entwickeln. In dieser sollen die Erfahrungen aus der Praxis zusammen mit weiteren Daten (z.B. Wettervorhersagen, lokal installierte Sensoren und vergangenen Salzverbräuchen) aufbereitet und verknüpft werden. Das Wissen kann dann gezielt in zukünftigen Situationen abgerufen werden und die Experten bei der Entscheidung in welchem Umfang ein Winterdienst notwendig ist (Streumenge, Priorisierungen, …) unterstützen.

„Als weiteres Mittel gegen die Streusalzknappheit planen wir zusätzlich die Entwicklung einer Software. Ein Echtzeit-IoT-System, das als Winterdienstmanagement-System dient, könnte ganzheitlich alle verfügbaren Informationen und Anforderungen enthalten, deren Transfer ermöglichen und die Forschungsergebnisse von NachWinD in der Breite nutzbar machen“, so Schuba.

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