Verlagsbranche unter Druck: Publisher laut Akamai-Studie besonders von KI-Bots betroffen

Akamai hat einen neuen SOTI-Bericht (State of the Internet) veröffentlicht. Darin wird untersucht, wie KI-Bots das digitale Verlagsökosystem neu gestalten. Die Verlagsbranche verteidigen: Herausforderungen in der Ära der KI-Bots zeigt, dass die KI-Bot-Aktivität im Jahr 2025 um 300 Prozent zulegte. Dabei lag die Medienbranche, einschließlich Verlagen, mit 13 Prozent des KI-Bot-Traffics weltweit an zweiter Stelle. KI-Bots zielten mit überwältigender Wirkung auf Unternehmen der Verlagsbranche ab – diese Angriffe machen 40 Prozent der Aktivitäten innerhalb der Medienbranche aus. Diese Konzentration verdeutlicht, wie inhaltsreiche Websites zu den wichtigsten Zielen für automatisiertes Scraping geworden sind.

Unternehmen setzen zunehmend KI-Bots ein, um Daten für große Sprachmodelle (LLMs) zu sammeln und KI-gesteuerte Suchtools zu unterstützen. Den meisten automatisierten Traffic generieren KI-Trainings-Crawler. Dagegen stellen KI-Fetcher – Bots, die Inhalte in Echtzeit abrufen, um Nutzeranfragen zu beantworten – eine unmittelbarere Bedrohung dar. Denn durch die Bereitstellung von Antworten direkt über KI-Assistenten müssen Nutzer mit diesen Tools die Websites der ursprünglichen Inhaltsersteller weniger häufig besuchen.

Diese Veränderung wirkt sich bereits jetzt auf die Geschäftsergebnisse der Verlagsbranche aus. Der SOTI-Bericht ergab, dass KI-Chatbots im 4. Quartal 2024 rund 96 Prozent weniger Empfehlungstraffic verursachten als herkömmliche Google-Suchanfragen. Dadurch ist eine kritische Quelle für Zielgruppen und Umsätze deutlich zurückgegangen.

Weitere wichtige Ergebnisse sind:

  • OpenAI führend bei Auswirkungen: OpenAI generierte das höchste Volumen an KI-Bot-Traffic, der auf Medienunternehmen abzielt. Innerhalb dieses Traffics entfielen auf Verlagsunternehmen 40 Prozent aller OpenAI-Anfragen.
  • KI-Trainings-Crawler dominieren: KI-Trainings-Crawler machten 63 Prozent aller KI-Bots aus, die auf die Medienbranche abzielen. Dabei konzentrieren sich 37 Prozent speziell auf die Verlagsbranche.
  • KI-Fetcher sind auf dem Vormarsch: KI-Fetcher machten 25 Prozent der gesamten KI-Bot-Aktivitäten aus, die auf Medien abzielten. Das Verlagswesen machte davon wiederum 43 Prozent aus.

„Der grundlegende Wandel bei der Informationsbereitstellung wirkt sich erheblich auf die Verlagsbranche aus“, so Patrick Sullivan, Chief Technology Officer, Security Strategy bei Akamai. „KI-Bots untergraben wichtige Einnahmequellen wie Werbung und Abonnements. Gleichzeitig erhöhen sie die Infrastrukturkosten und verringern die Sichtbarkeit der Marke. Glücklicherweise bietet unser Bericht Strategien zur Lösung dieses Problems.“

Die Verlagsbranche verteidigen: Herausforderungen in der Ära der KI-Bots untersucht auch neue KI-Bot-Kategorien. Zudem werden neue Sicherheitsansätze für die Verlagsbranche hervorgehoben und eine praktische Checkliste zur Verwaltung von KI-Bots bereitgestellt. Damit können Unternehmen Risiken minimieren und ihre Inhalte schützen. Die SOTI-Berichte von Akamai bieten seit zwölf Jahren wichtige Einblicke in Cybersicherheitstrends und Web-Performance. Sie werden aus Angriffen über die Cybersicherheitsinfrastruktur von Akamai abgeleitet, die einen erheblichen Teil des globalen Webtraffics verarbeitet.


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