Wenn Unterricht, Schülerakademien und praktische Elektronikprojekte ineinandergreifen, entstehen außergewöhnliche Erfolge und Begeisterung für Technik. Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium aus Schweinfurt beweist genau das im Jubiläumsjahr des bundesweiten Wettbewerbs INVENT a CHIP (IaC): Mit 140 Teilnehmenden gewinnt die Schule den ersten Platz beim INVENT a CHIP-Schulpreis für die höchste Beteiligung. Gleichzeitig erreicht sie mit durchschnittlich 15,7 von 20 Punkten den dritten Platz in der Kategorie der punktbesten Schulen, hinter der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim (1. Platz mit 19,5 Punkten) und dem Leibniz-Gymnasium in Dormagen (2. Platz mit 17,3 Punkten). Damit ist das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt bundesweit die einzige Schule, die im Jubiläumsjahr in beiden Wertungskategorien ausgezeichnet wird.
Seit 25 Jahren begeistert INVENT a CHIP, ein Wettbewerb der Technik-Organisation VDE mit Förderung durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, junge Menschen für Mikroelektronik: eine Schlüsseltechnik, die die Medizin, Künstliche Intelligenz, Mobilität und Energiewende gleichermaßen prägt. Insgesamt beantworteten in diesem Jahr 1.154 Schülerinnen und Schüler von 140 Schulen die 20 anspruchsvollen Quizfragen rund um Mikrochips und ihre Anwendungen.
Mikroelektronik gehört zum Schulalltag
Der bundesweit einmalige Erfolg kommt nicht von ungefähr. Als MINT-EC-Schule und naturwissenschaftliches Gymnasium gehört die Förderung mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Kompetenzen seit vielen Jahren zum festen Schulprofil. Unterricht, Wahlkurse und Projekte greifen dabei eng ineinander und ermöglichen den Schülerinnen und Schülern vielfältige Zugänge zur Elektronik und Mikroelektronik.
Benedikt Friedrich, Mitglied der erweiterten Schulleitung, setzt das IaC-Quiz seit Jahren in der Junior-Ingenieur-Akademie und im Physikunterricht ein. Friedrich: „INVENT a CHIP ist ein niedrigschwelliger und zugleich motivierender Einstieg in die Welt der Mikroelektronik. Unsere Schülerinnen und Schüler bearbeiten reale technische Fragestellungen und erleben, wie spannend Chiptechnik sein kann. Das passt hervorragend zu unserem MINT-Profil.“
Aus Theorie wird Begeisterung
Dass Mikroelektronik am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium nicht nur theoretisch vermittelt wird, zeigt auch das erfolgreiche LABS for CHIPS-Projekt „Leuchtdioden, Transistor und Co.“. Mit der Initiative LABS for CHIPS unterstützt der VDE bundesweit Schulen, Schülerlabore oder Bildungseinrichtungen finanziell dabei, junge Menschen mit praxisnahen Elektronikprojekten für Mikroelektronik zu begeistern. In den schulübergreifenden Kursen an dem Schweinfurter Gymnasium lernen Schülerinnen und Schüler in acht Modulen analoge und digitale Elektronikbauelemente kennen, bauen eigene Schaltungen auf und sammeln praktische Erfahrungen beim Löten.
Für Physik- und Mathematiklehrer Rainer Langhans ist genau diese Verbindung von Theorie und Praxis der Schlüssel zum Erfolg. Langhans: „Besonders beeindruckend ist, wie unmittelbar der Lernerfolg sichtbar wird. Nach jeder Theorieeinheit setzen die Schülerinnen und Schüler das Gelernte direkt in einer funktionierenden Schaltung um. Theorie und Praxis greifen hier Hand in Hand. Die Begeisterung der Jugendlichen zu erleben, ist für mich die schönste Bestätigung und zugleich Ansporn, dieses Angebot weiterzuführen.“
In Schweinfurt punktete auch die Wissenswerkstatt, eine außerschulische Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche zu MINT-Themen. Das diesjährige Projekt „Solarfahrzeuge“ wurde im Rahmen von LABS for CHIPS ausgezeichnet. Dabei bauen Jugendliche solarbetriebene und kondensatorgepufferte Modellfahrzeuge und lernen dabei spielerisch den Umgang mit elektronischen Bauteilen und Löttechnik.
Ein starkes Netzwerk für den Techniknachwuchs
Werner Battke, VDE MINT-Beauftragter, und Julian Marberger, Leiter des VDE Bayern, begleiten die MINT-Förderung im VDE seit vielen Jahren. Julian Marberger würdigte den Doppelerfolg der Schule: „Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium zeigt, was möglich ist, wenn Schülerinnen und Schüler frühzeitig für Technik begeistert werden. Der bundesweit einmalige Erfolg in beiden Schulpreis-Kategorien ist das Ergebnis des großen Engagements der Schule und ihrer Lehrkräfte. MINT-Förderung, Wettbewerbe und praktische Elektronikangebote ergänzen sich hier auf beispielhafte Weise. So entstehen aus Neugier Begeisterung und aus Begeisterung technisches Verständnis. Genau das sind die besten Voraussetzungen, die Schlüsseltechniken von morgen mitzugestalten.“
Zahlreiche Sponsoren unterstützen INVENT a CHIP, um Jugendliche für Mikrochips und ihre Anwendungen zu begeistern, darunter: Bosch, Cologne Chip, Globalfoundries, Infineon und Siemens.
