Pionierarbeit der Telekom: Bis zu 65% Energieersparnis im 5G-Kernnetz

Die Deutsche Telekom erzielt Energieeinsparungen von bis zu 65% in ihrem Mobilfunk-Kernnetz. Möglich macht das ein neues, eigenes Energiemanagement, das Rechen-, Netz- und Cloud-Ressourcen dynamisch nach tatsächlichem Bedarf steuert. In Zusammenarbeit mit Partnern hat die Telekom ein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt, das Energie über alle Ebenen des Netzes einspart.

Die Telekom arbeitet mit vier Technikpartnern zusammen: Lenovo liefert optimierte Server-Hardware und HPE energieeffiziente Netzwerk-Komponenten. AMD steuert seine energieeffizienten EPYC™-Prozessoren und Software bei. Der Partner Mavenir liefert neue 5G-Software-Funktionen, die erstmalig eingesetzt werden. Die ersten Tests im Live-Netz wurden erfolgreich absolviert. Das Konzept ist langfristig ausgelegt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Geplant sind unter anderem KI-basierte Algorithmen, die Voraussagen über den Netzverkehr treffen, um abgeschaltete Komponenten vorausschauend wieder hochzufahren. Weitere Details präsentiert die Telekom auf dem Mobile World Congress 2026 in Barcelona.

„In ersten Live-Tests konnten wir den Energieverbrauch im Kernnetz um bis zu 65 Prozent reduzieren. Effizienz entsteht damit nicht mehr nur durch neue Hardware, sondern auch durch intelligente, softwarebasierte Steuerung“, betont Abdu Mudesir, Vorstand Products & Technology der Deutschen Telekom. „Im 5G-Kernnetz analysieren wir kontinuierlich Auslastungen, erkennen Muster im Datenverkehr und steuern Rechen- und Netzressourcen dynamisch nach Bedarf. Komponenten laufen nicht mehr dauerhaft, sondern nur dann, wenn sie tatsächlich gebraucht werden. Damit schaffen wir die Grundlage für ein neuartiges Energiemanagement, bei dem jeder einzelne Service und jedes Bauteil auf Energieeinsparung optimiert wird.“

Energiemanagement im Kernnetz

Neu ist der ganzheitliche Ansatz für das Energiemanagement im Mobilfunk-Kernnetz, den die Telekom als „Full Stack Energy Efficiency“ bezeichnet. Anders als klassische Optimierungen, die einzelne Komponenten isoliert betrachten, wertet dieser Ansatz den Energieverbrauch über den gesamten Technologie-Stack hinweg aus.

Die technische Grundlage bildet ein schichtenbasiertes Modell, das die verschiedenen Technologie-Layer eines 5G-Services abbildet. Es beschreibt alle relevanten Ebenen, von den Servern und Prozessoren über Netzwerk, Betriebssysteme, Cloud bis hin zum 5G-Core-Service. So lassen sich Energieoptimierungen gezielt pro Ebene umsetzen und zugleich Abhängigkeiten dazwischen berücksichtigen. Es wird sichtbar, wie Software-Anpassungen unmittelbare Auswirkungen auf die Auslastung und den Energiebedarf der darunterliegenden Hardware haben – und umgekehrt.

Horizontal-Telco-Cloud der Telekom

Die neue einheitliche Cloud Architektur „Horizontal-Telco-Cloud“ der Telekom ist der Schlüssel zur Skalierung der Energieoptimierungen im gesamten Kernnetz. Im Gegensatz zu klassischen Netzarchitekturen ersetzt sie zahlreiche isolierte Einzellösungen durch eine gemeinsame, standardisierte Plattform für alle Services. Netzfunktionen lassen sich dadurch unabhängig voneinander einführen, skalieren und aktualisieren. Das vereinfacht Betrieb und Weiterentwicklung erheblich, reduziert Komplexität und beschleunigt Innovation. Mit diesem zukunftsweisenden Ansatz setzt die Telekom neue Maßstäbe für den Ausbau und Betrieb moderner Fest- und Mobilfunkkernnetze. Zugleich schafft sie die Grundlage für KI-gestützten Netzbetrieb sowie die intelligente, dynamische Steuerung des Energieverbrauchs.

Die „Horizontal-Telco-Cloud“ basiert auf offenen Standards und Open-Source-Komponenten. Sie wird von der Telekom in Zusammenarbeit mit Partnern wie Amdocs, HPE, Mavenir und Nokia entwickelt. „Automatisierung und KI sind für uns keine Zusatzfunktionen, sondern ein fester Bestandteil unserer Infrastruktur,“ so Mudesir weiter. „Die Horizontal Telco Cloud ist eine Eigenentwicklung unserer Teams, die wir mit Unterstützung unserer Partner zu einem hochautomatisierten und skalierbaren Kernnetz ausgebaut haben. Durch den konsequenten Einsatz von offenen Standards und Open-Source-Komponenten schaffen wir eine Blaupause für die Industrie“

„Zero Bits, Zero Watts“

Die Innovation fügt sich in die Telekom-Strategie ein, das bestehende Netz effizienter, flexibler und bedarfsgerecht zu steuern. Ziel ist die Reduktion von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen bei gleichzeitig zuverlässiger Versorgung und hoher Netzqualität. Das Grundprinzip ist einfach: Wenn keine Daten übertragen werden, soll auch möglichst wenig Energie verbraucht werden – „Zero Bits, Zero Watts“. In dieser Hinsicht erreicht die Telekom 2025 einen wichtigen Meilenstein: Im eigenen Betrieb ist sie als erstes multinationales Telekommunikations-unternehmen vollständig klimaneutral.


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